Solothurn

Die Kinder kochen auf dem Feuer täglich etwas für den Znüni und Zvieri

Unter dem Motto «Feurig bunte Kru (Crew)» findet die Herbstferienaktion auf dem Solothurner Quartierspielplatz «Güggi» statt.

29 gut gelaunte Kinder begrüssen die Reporterin freudig am trüben und kühlen Morgen. Soeben hat die Leiterin Milena Adamo den Tag mit einer Geschichte eingeläutet, welche die Kinder durch die ganze Woche begleitet. «Untu und das Geheimnis des Lichts» heisst sie. Und sie scheint anzukommen. «Es ist schön zu sehen, wie Geschichten Kinder unterschiedlichsten Alters fesseln», erzählt die Spielplatzleiterin. Das Altersspektrum, das angesprochen werden soll, ist breit: Denn bei der Aktionswoche machen Kinder von der 1. bis 6. Klasse mit.

Unterstützt werden die Leiterin Milena Adamo und ihre Assistentin Nora Steffen durch drei Kindercoachs. Cedric, Thierry und Nelio helfen den jüngeren Kindern bei den verschiedenen Werkstätten auf dem Spielplatz. «Ich habe grosse Freude beim Bauen unseres Pizzaofens aus Lehm», erzählt der 14-jährige Cedric. Auf meine Frage, welche Zutaten denn auf seine Pizza kommen, staune ich nicht schlecht. «Champignons, Kapern und Artischocken!», kommt wie aus der Pistole geschossen. Dem 11-jährigen Halym, dem Cedric gerade beim Bemalen einer Wand hilft, wird bei diesem Pizzabelag allerdings fast übel. «Ich möchte lieber eine Pizza mit Speck und Käse», wirft er ein.

Fürs Znüni wird gekocht

Die Kinder sind in vier verschiedene Gruppen eingeteilt. «Mir hat bis jetzt das Batik färben von T-Shirts am meisten Spass gemacht», so der 11-jährige Nelson. Sein Freund Aron fand am Vortag ebenfalls grosse Freude daran, deshalb ist er nun gleich nochmals am Werk und erstellt ein Shirt für seine Mutter. Am Feuer hackt der 8-jährige Maxime Holz. Hier muss Nachschub produziert werden. Denn die Kinder kochen täglich etwas für den Znüni und den Zvieri. Buchstabensuppe, Schoggibananen, Tee und auch Waffeln werden über dem Feuer gebrutzelt.

«Durch die Coronamassnahmen findet die Herbstferienaktion hauptsächlich im Freien statt. Wir sind froh, können wir den Kindern trotz den Umständen dieses Ferienangebot bieten», sagt Milena Adamo. «Das Feuer ist für uns deshalb das zentrale Element. Der wärmende Mittelpunkt, der verbindet.»

Dankbar für ehrenamtliche Hilfe

Wer die Wärme sucht, kann auch in die Küche. Kartoffelstock mit Bratwurst und Karotten kommen heute auf den Tisch, erzählt eine Mutter, die als freiwillige Helferin fürs Mittagessen sorgt. «Ich habe gerade 8 Kilogramm Kartoffel geschält.»

Für die ehrenamtliche Mithilfe der Eltern ist Milena Adamo dankbar. «Das Betreuerteam leistet eine enorme Leistung, jeden Tag kochen sie für 35 Personen zu Mittag! Ohne ihre Hilfe wäre der Spielplatzalltag gar nicht zu bewältigen.»

Meistgesehen

Artboard 1