Jugendförderung
Die kantonale Bubenwoche hat im Alten Spital ausgetanzt

Die kantonale Bubenwoche fand ein letztes Mal im Alten Spital statt. Da der Kanton die Mittel auf einen Drittel gekürzt hat, gibt das Alte Spital nun seine Trägerschaft ab. Wer die Nachfolge antritt ist unklar.

Jasmin Heri
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Breakdance-Workshop
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Breakdance-Workshop der Solothurner Bubenwoche
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Felix Gerber

Sicher führen die Jungs die gelernte Choreografie vor. Ihre Füsse tanzen wie von selbst zum tiefen Hip-Hop-Beat. Sie drehen sich ein-, zweimal um die eigene Achse, wenden sich tänzerisch am Boden. Füsse fliegen durch die Luft. Der grosse Spiegel reflektiert die tanzenden Silhouetten. Die Bewegungen oder eben «Footworks» und «Freezes» sitzen und das alles passend zum Takt. Körperspannung von Kopf bis Fuss ist gefragt. Sanjiv Adhihetty, Leiter des Breakdance-Workshops der Bubenwoche, motiviert die sechs Jungs zu mehr Körpereinsatz, schnelleren Drehungen und Tanzschritten. Einzeln und in der Gruppe imitieren sie ihren Kursleiter und geben ihre gelernten Kunststücke zum Besten. Im Kreis stehen die Jungs, wie bei einem richtigen «Battle», während der Tänzer in der Mitte zeigt, was er auf dem Kasten hat. Nach dreimal zwei Stunden Training diese Woche rotieren die Jungs auf Ellenbogen, Schultern und Händen, fast wie die grossen Profibreakdancer.

Autos kaputt schlagen

«Viele Jungs wachsen mit der kantonalen Bubenwoche», sagt Barbara Kläsi, Fachverantwortliche Jugend des Alten Spitals. Im Alter von 12 bis 18 Jahren passiere sehr viel. Dazu könne die Woche unter Jungs einen guten Ausgleich bieten. Aus dieser Überzeugung heraus bot das Alte Spital als Organisator der Bubenwoche auch dieses Jahr ein umfangreiches Programm: Es gab 53 Workshops für Jungs. Die Teilnehmer kochten, flickten, kämpften, bastelten, «beatboxten» und tanzten von Montag bis Donnerstag. Besonders gross war die Freude am neuen Workshop «Schrottplatzbashing», wo die Jungs mal endlich ein Auto und andere Teile kaputt schlagen durften, und am neuen Kurs «Game kreieren leicht gemacht». In diesem konnten sie ihre eigenen Games erfinden. «Beide Workshops waren sehr beliebt», freut sich Kläsi.

139 Jungs gaben alles

139 Anmeldungen zählte der Organisator gesamthaft dieses Jahr. Die Workshops wurden 324 Mal besucht, also war jeder Teilnehmer in fast drei Kursen. «Die Nachfrage war wie immer gross», zieht Kläsi eine positive Bilanz. Gestern Abend fand dann die gemischte Abschlussparty statt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mädchen- und Bubenwoche gaben ihr Gelerntes zum Besten und feierten bis 23 Uhr in der Kulturfabrik Kofmehl.

Altes Spital steigt aus

Ein einziger Schatten trübt die sonst erfolgreiche Woche: Nachdem das Alte Spital die Bubenwoche vor sieben Jahren ins Leben gerufen hat, gibt das Kulturzentrum seine Rolle als Veranstalter ab und war dieses Jahr das letzte Mal mit dabei. «880 Buben haben während sieben Jahren die Bubenwoche im Alten Spital besucht», sagt Barbara Kläsi wehmütig. Doch bereits dieses Jahr kürzte der Kanton die Unterstützung auf einen Drittel, da die Vorgaben nicht erfüllt waren. «Mit sehr knappen Ressourcen und eigenen, finanziellen Mitteln konnten wir die diesjährige Bubenwoche knapp realisieren», erklärt Barbara Kläsi, «zukünftig ist dies nicht mehr möglich, ohne sich selbst ins Fleisch zu schneiden.» Das Kulturzentrum «Altes Spital» bereue den Austritt sehr, sehe aber keine andere Möglichkeit. «Wir geben unsere Trägerschaft ab», schliesst Kläsi. Aber an wen? Wer im Jahr 2014 in die Fussstapfen des Alten Spitals treten wird, ist ungewiss. Zum aktuellen Zeitpunkt ist vonseiten des Kantons noch keine Lösung gefunden worden.

Der Kanton zahlt nur Beiträge, wenn der Veranstalter mehrere Standorte bietet. Bisher sei die Bubenwoche vorwiegend im Gebiet Solothurn genutzt worden. Künftig müsse das kantonale Projekt an mindestens zwei oder drei grösseren Orten stattfinden. Nur so werde die Bubenwoche weiter subventioniert.