Nach sechs Jahren als Parteipräsident der CVP-Stadtpartei übergab nun Sergio Wyniger die Führung an zwei junge Nachfolger: Pascal Walter, 27-jähriger Treuhänder, Ersatzgemeinderat und Präsident der Jugendkommission bildet zusammen mit Gaudenz Oetterli das neue Präsidenten-Tandem.

Oetterli, in den letzten Jahren als Journalist tätig und seit kurzem in der Autobranche, ist zuletzt mit seiner Motion aufgefallen, die den Wegfall der Hallengebühren für Sportvereine verlangt. Die 33 Teilnehmenden an der Generalversammlung wählten das Duo im Weinkeller der Bürgergemeinde mit kräftigem Applaus.

Der scheidende Präsident verwies vor allem auf die Erfolge bei den letzten Gemeinderatswahlen, die der CVP statt der bisher fünf neu sieben Gemeinderatssitze eingetragen hatten – «dank Glück und der Listenverbindungen (mit der GLP und EVP)», wie Sergio Wyniger jedoch bescheiden anmerkte. Das sah Vizepräsident Roland Heim keineswegs so: «Wahlen sind für einen Parteipräsidenten kein Schleck», stellte er lakonisch fest. Umso mehr seien die Wahlerfolge der Ära Wyniger zu würdigen, stellte er mit Blick nicht nur auf den Gemeinde-, sondern auch den Kantons- und Nationalrat fest.

Den Ständeratssitz, der im Keller dem ebenfalls anwesenden Kandidaten Pirmin Bischof gleich mehrfach am Abend «herbeiprophezeit» wurde, der gehe dann allerdings aufs Konto der neuen Parteiführung. Ebenfalls erwähnte Heim jedoch unter Wynigers Erfolgsstory den Erhalt des Vizestadtpräsidenten-Amts durch Barbara Streit-Kofmehl sowie die Verteidigung des Bürgergemeindepräsidenten-Jobs für die CVP durch – Sergio Wyniger himself. Dessen Vorgänger Christoph Oetterli übrigens an diesem Abend nach Jahrzehnten als Parteivorstandsmitglied der CVP zurücktrat.

Die Freude der Fraktionschefin

Vizestadtpräsidentin und Fraktionschefin Barbara Streit-Kofmehl eröffnete ihren Jahresbericht mit der Feststellung: «Ich habe Freude an meiner Fraktion. Die Jungen stellen einen Viertel davon.» Sie streifte alle Schauplätze vom trüben Finanzplan bis zu den Grossprojekten Stadttheater-Umbau und Doppelturnhalle Hermesbühl; versicherte, man wolle die erweiterte Altstadtsperre nach einem Jahr überprüfen, und versprach punkto Nachtöffnungszeiten: «Wir lassen das Kofmehl nicht hängen.»

Dank Parteispenden von über 10000 Franken konnte Kassier Kurt Bargetzi einen Gewinn von über 5000 Franken ausweisen. Gewinnen will in der Ständeratswahl auch Nationalrat Pirmin Bischof, der sich ebenso der Generalversammlung kurz präsentierte wie die drei Kandidierenden der Stadtpartei für den Nationalrat, nämlich Susan von Sury, Jasmine Heim und Pascal Walter.