Sportlich war ihr Motto «Avanti Soletti», ebenso sportlich war aber auch ihr Ende. Die Rede ist von der Solothurner Fasnacht 2014. So drehte sich die 600 Kilogramm schwere und neun Meter hohe Akrobatin auf dem Märetplatz im Kreis, bevor sie als Verkörperung der diesjährigen Fasnacht dem Feuer übergeben wurde. Würdevoll brannte sie mit mehr Krach als Ach in rund sieben Minuten nieder.

Natürlich fehlte dabei auch eine gehörige Portion an Special Effects nicht, die beim anwesenden Publikum die «Schön wars»-Tristesse etwas leichter machte.

(Quelle: youtube/jumptelevision)

Böögg-Verbrönne

Als Sujet wurde aus (fast) aktuellem Anlass eine «Schonglöse» mit Olympiaringen gewählt, die dank technologischem Know-How ihrer Schöpfer neben dem Kopfstand auch noch grazil Pirouetten drehte.

Frauenquote und Ökobewusstsein

Doch zu ihren Schöpfern: Hinter der - leider - kurzlebigen Pracht steht seit genau 20 Jahren die Bööggier-Gruppe der Narrenzunft Honolulu. 300 Mannstunden wurden für die Jubiläums-Bööggin aufgewendet, wie Rolf Grau, selbst Bööggier, informierte. «Im Herbst machten wir ein Brainstorming und haben uns für dieses Sujet entschieden».

Festgelegt war lediglich, dass es eine Bööggin werden wird: Ganz gendergerecht alterniert das Geschlecht der Solothurner Bööggenfigur nämlich jährlich. Die tatkräftige Truppe besteht aus neun Stammbööggiers und drei freiwillige Stöcklibööggiers.

Nicht nur um eine Frauenquote, sondern auch um ökologische Nachhaltigkeit sind die kreativen Geister Jahr für Jahr bemüht: «Die Jongleuse besteht aus Naturholzwolle und Naturholz», gibt Grau stolz bekannt. Nichtsdestotrotz hat man dieses Jahr auch mit «Chlöpfizügs», Feuerwerksvulkanen und -sonnen sowie weiteren Pyroeffekten nicht gespart. (szr/ak)

Der diesjährige Böögg in Solothurn: Eine sich drehende Jongleuse

Videointerview mit dem Bööggier Rolf Grau