Nach der weitgehenden Innenrestaurierung konnte das Barockjuwel der Jesuitenkirche letzten November in neuem Glanz wieder für Messen und Konzerte geöffnet werden. Doch noch bleibt für die Römisch-katholische Kirchgemeinde Solothurn und seinen Präsidenten Karl Heeb einiges zu tun: «Nach der weitergehenden Sanierung der Hauptfassade, die sich durch den Wassereinbruch im Giebel als Überraschungsprojekt entpuppt hatte, wollten wir auch die Fassaden der Seitenflügel restaurieren.»

Doch habe es zeitlich im vergangenen Jahr nicht mehr für diese beiden Fassadenteile gereicht, weshalb man nun nochmals für drei Monate zwei Gerüste aufbaut. Die Reinigungsarbeiten der Naturstein-Friese, der Neuanstrich der Wände und das Behandeln der Türen sollte bis im Juni beendet sein, sodass «lange vor dem Märetfescht» Ende Juni für Heeb die Gerüste wieder entfernt sein sollten.

Im Westflügel befindet sich das Steinmuseum, dessen Betrieb aufrechterhalten wird, und östlich des Hauptschiffs hat sich in der sogenannten Infothek die Narrenzunft Honolulu eingemietet. Der Kirchgemeindepräsident veranschlagt die Sanierungskosten mit 160 000 Franken, die als Kredit im Budget 2016 enthalten seien.

Die Weststadtkirche im Visier

Als nächste grosse Aufgabe nach den Restaurierungen der St.-Ursen-Kathedrale und der Jesuitenkirche sieht Karl Heeb jetzt noch im Westen der Stadt die Innensanierung der 1950 erbauten St. Marienkirche. Dafür gelte es jedoch noch, eine Kreditbewilligung der Kirchgemeindeversammlung einzuholen.

Erst dann könnte für nächstes Jahr das detaillierte Arbeitsprogramm erstellt werden. Primär gehe es um Reinigungsarbeiten im Kircheninnern, doch eigentlich sei der Zustand der Orgel «der treibende Faktor», meint der Kirchgemeindepräsident. Zu St. Ursen wie in der Jesuitenkirche sind die Orgeln im Zuge von aufwendigen Restaurationsarbeiten zuletzt wieder völlig auf Vordermann gebracht worden.