Bald ein Jahr ist die Amag nach Zuchwil ausgezogen und der umfangreiche Garagenbetrieb an der Baselstrasse steht beinahe leer. «Wir haben dort noch eine Pufferzone für Neuwagen und für den Carosserie-Betrieb sind noch Flächen intern zugemietet», erklärt Andreas Iseli, Geschäftsführer der Amag Grenchen Solothurn Zuchwil. Was jedoch mit den leeren Flächen geschehe, davon habe er keine Kenntnis.

«Könnten auch mehrere sein»

Das sich aber etwas tut an der Baselstrasse, verrät das gestern publizierte Baugesuch. Spektakulär ist es nicht, werden doch Umbauten in den bestehenden Gebäuden vorgenommen und vor allem die kuppelförmige Überdachung des Parkplatzes entfernt.

«Geplant ist der Einbau eines Lifts», so der beauftrage Architekt Michael Sattler vom Solothurner Büro sattlerpartner architekten + planer ag. Die Arbeiten seien jedoch nicht direkt auf die Bedürfnisse von allfälligen Mietern ausgerichtet, wie auch dem Baugesuch zu entnehmen ist: «Die jeweiligen Mieter der Flächen werden ihre Nutzung im Baubewilligungsverfahren genehmigen lassen», ist dort zu lesen.

Das sich jedoch etwas tut, bestätigt immerhin für die Amag Immobilien in Zürich Irsan Cantekin: «Wir sind dran und werden demnächst kommunizieren.» Auf Nachfrage bestätigt er, «es könnten auch mehrere Mieter sein.»

Tatsächlich verfügt das Areal in stadtnaher Lage über immerhin 80 Parkplätze in der Einstellhalle und weitere 30 oberirdisch. Dazu kommen mögliche Geschäftsflächen von verschiedener Grösse: 1570 Quadratmeter sind ebenso verfügbar wie Segmente von 710, 700, 490 oder auch 395 Quadratmetern.

Dass offenbar auch ein oder zwei Lebensmittelanbieter im potenziellen Mieterkreis dabei sind, wird in Zürich weder bestätigt noch dementiert. Bekanntlich tut sich da einiges in Solothurn: Coop möchte schon lange auf dem alten Kofmehl-Areal bauen, wird aber auf juristischem Weg ausgebremst, Manor Food möchte in die Stadt ziehen und macht in der Schanzmühle ab 2018 Lidl Platz, und bauen will auch Migros am Jumbo-Kreisel auf dem Sauser-Areal.

Langfristige Perspektiven

Doch wären Mieter wohl nur für eine Zwischennutzung ein Thema, denn das ganze Areal soll längerfristig entwickelt werden, wie Michael Sattler weiss. «Wir reden hier von einem Zeithorizont über 10 oder 15 Jahre.»

So soll ein Entwicklungskonzept Klarheit darüber bringen, was in dieser zentralen Lage städtebaulich möglich oder auch wünschbar wäre. Darum wird das Areal in der laufenden Ortsplanungsrevision mit Einbezug der Nachbarschaft unter die Lupe genommen. Eine Umzonung könnte ein Thema sein, denn ein privatrechtliches Servitut beschränkt die Höhe der Möglichkeiten.

Dies ist eine der Schwierigkeiten, die es zu überwinden gilt, wenn das Areal über die geplante jetzige Zwischennutzung hinaus neu bebaut werden soll. Schon vor knapp einem Jahr hatte der damalige Stadtplaner Daniel Laubscher auf die spezielle Situation an der Baselstrasse hingewiesen: Auf dem Areal liegt seit 1984 ein rechtsgültiger Gestaltungsplan, der «ziemlich genau» umgesetzt worden sei.

Die flachen Bauten der Werkstätten sind demnach durch den Gestaltungsplan fixiert, es kann dort nicht höher als zweigeschossig gebaut werden. Ausser, der Eigentümer entschliesst sich, im Rahmen der Ortsplanungsrevision tatsächlich eine Umzonung voranzutreiben. Dagegen kann die Stadt eine solche nicht verlangen, auch wenn sie für das Areal eine wesentlich bessere Nutzung wie beispielsweise eine Wohnüberbauung sähe.