Solothurn
Die Hafebar ist eröffnet: Nur der Himmel war nicht blau

Blau sind die Fässer vor der Theke, blau ist die Sonnenstore und das Zelt. Und blau steht «Solothurn liegt am Meer» am Boden geschrieben. Nur der Himmel will nicht mitmachen. Er ist grau. Aber auch er kann den Saisonstart der Hafebar nicht gefährden.

Lucien Fluri
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Eröffnung der Hafebar in Solothurn
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Trotz wechselhaftem Wetter besuchten zahlreiche Gäste die Hafenbar.
Trotz wechselhaftem Wetter besuchten zahlreiche Gäste die Hafenbar.
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Trotz wechselhaftem Wetter besuchten zahlreiche Gäste die Hafenbar.
Trotz wechselhaftem Wetter besuchten zahlreiche Gäste die Hafenbar.
Trotz wechselhaftem Wetter besuchten zahlreiche Gäste die Hafenbar.
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Trotz wechselhaftem Wetter besuchten zahlreiche Gäste die Hafenbar.
Trotz wechselhaftem Wetter besuchten zahlreiche Gäste die Hafenbar.

Eröffnung der Hafebar in Solothurn

Hanspeter Bärtschi

Regnet es oder nicht? Diese Frage musste Hafebar-Geschäftsführerin Stefanie Probst schon am Morgen entscheiden. «Das Konzert von Nüüt Nöis wurde wegen Regen abgesagt», steht jetzt mit Kreide auf eine Tafel geschrieben. «Ich kann es nicht ändern», sagt Probst. Die Eröffnung verschieben, das kam aber nicht infrage. «Wir haben uns so gefreut», sagt sie. Neun Tage lang ist bereits geputzt worden. 21 Helfer arbeiten in der Hafebar mit.

Als kurz vor Vier die ersten beiden Stangen über den Ladentisch gehen, weiss das Wetter noch immer nicht, was es will. Toni Schürch und Andi Müller, die nebenamtlichen Betreiber der Wasserämter Mikro-Brauerei, haben sich das erste Bier gesichert. Erst durch die Hafebar wurden sie Bierbrauer. «Bei Saisonende 2004 marschierten wir nach Hause», sagt Andi Müller. «Woher nehmen wir jetzt unser Bier», war die Frage. Kurz nach der Schnapsidee besuchten sie einen Braukurs im «Öufi». Seit letztem Jahr ist ihr Bier auch in der Hafebar erhältlich.

«Mis Beizli im Summer»

Zufrieden sitzt Käthi Luder an einem der roten Tischchen und geniesst das erste Glas Bier der Saison. Seit 48 Jahren wohnt die ältere Dame in der Vorstadt. Als «mis Beizli im Summer» bezeichnet sie die Hafebar. «Angst vor dem Regen habe ich nicht», zeigt sie lächelnd ihre Tasche mit dem Schirm drin. Und auch die Krähen, die in den Baumwipfeln ob der Bar ihre Nester bauen, bringen sie nicht aus der Ruhe. «Die gehören doch zur Vorstadt», sagt sie und verlässt dann doch noch rechtzeitig vor dem Regen die Bar.

Noch ein Brauer findet sich am Aaremürli, wo der Wind immer stärker bläst. Andreas Leuenberger hält ein Wasserämter Bier in der Hand. Seit Oktober arbeitet der Solothurner am Wochenende als Brauer im Wallis. Als «Hobby mit Ambitionen» bezeichnet er seine Tätigkeit.

Das erste Bier ist im Trockenen

Auf dem geteerten Weg bauen Kinder aus den farbigen Metalltabourettli eine Reihe, vor der Theke ist eine Schlange und hinter der Theke scheinen bereits alle Handgriffe zu sitzen. Ein junger Mann stellt zwei Stangen auf das Aaremürli und hält den Saisonstart mit dem iPhone fest. Dann wird angestossen und das Gespräch dreht sich um die Frauen. Auch das Schaulaufen hat begonnen.

Bis der Regen kommt. Immer mehr Leute drängen sich unter das blaue Vordach, vom Richter bis zum Soldaten. «Es ist Freitag, Viertel vor fünf und der Regen kommt», sagt ein Mann. «So Zügs fingi drnäbe.» Als letzte trotzt an den roten Tischli ein Ehepaar dem Regen und drückt sich unter einen Schirm. Als sie aufstehen, ist immerhin das erste Bier im Trockenen. Auch Marc Kobel und Andreas Hettelingh verlassen die Bar wieder. Das Gewehr hat einer der Soldaten noch umgehängt, nur ihr Tenue ist bereits etwas lockerer. Pünktlich zur Hafebareröffnung haben die Durchdiener gestern ihre grünen Ferien beendet. Vielleicht gehts noch an die Biertage. «Aber dann ohne Gewehr», sagt Kobel.

Die Hafebar, neben der Badi Solothurns unumstössliches Zeichen für die Sommersaison, kämpft jetzt mit dem Regen. Kurz nach sechs zeigen sich dann wieder Sonnenstrahlen. Zeit für eine neue Runde.