Geschäftiges Treiben herrscht schon am frühen Nachmittag – denn abends ist hier unter der Kofmehl-Brücke die Hölle los. «Wir haben mit 43 etwas mehr Stände als im Vorjahr», hofft Chrigu Stuber vom OK des 2. Streetfood Festivals, den Ansturm etwas besser bewältigen zu können als bei der Premiere.

Damals wurde der erstmalige Anlass von 15 000 Besuchern regelrecht überrannt. Diesmal beginnt das Festival schon am Freitag und dauert so bis zum Sonntagabend einen Tag länger. Aus 150 Interessenten konnten Stubers Leute auswählen, «die Hälfte der Stände ist neu dabei».

Einerseits sei die Professionalität der Standbetreiber ein Kriterium gewesen – «damit der Food-Ausstoss auch funktioniert». Andererseits wollte das OK ein möglichst breites Angebot, «so haben wir lange nach einem Anbieter von afrikanischen Spezialitäten gesucht. Das erwies sich aber als sehr schwierig». Optimiert hat das OK den bei dieser Hitze wichtigen Getränkeausschank und südlich des CIS-Tennisplatzes wurden zur Aare hin zusätzliche Sitzbänke platziert.

Ein Schattenplätzchen

Auch regionale Gastro-Betreiber sind mit von der Partie. Silvia Aeby vom «Pintli» bietet unter anderem Glace-Spezialitäten an – «ich bin deshalb froh, dass ich unter der Brücke einen Schattenplatz zugeteilt bekommen habe».

Andere Probleme hat einer der vier deutschen Standbetreiber, der erstmals mit dabei ist: 65 Stunden lang werden seine Steaks in Cidre mariniert, sous-vide geköchelt und dazu passende Zwiebeln karamellisiert. Während des Festivals kommt er also nicht mehr dazu, Nachschub zu präparieren. «Ich hoffe, dass morgen noch etwas übrig ist.»

Afrikas Kochkunst vertreten eigentlich das «Baseltor» und das Catering Hoch 3. Doch Lea Jaussi winkt ab: «Nein, marokkanisch kochen wir!» Die Tajine sehen lecker aus – «wir sind vom Bamigoreng weggekommen.» Einige Meter weiter fläzen sich zwei aufgestellte Jungs noch tatenlos vor ihrem Stand auf zwei Orientteppichen.

Apo Aziz und Jason Anto waren schon letztes Jahr in Solothurn. «Wir machen an allen möglichen Streetfood Festivals in der Schweiz mit. Aber wir catern auch Partys, ja Polterabende.» Ihre Spezialität: jordanische Köfte, «nach Mutters Art!» wie beide lachend versichern.

Tibetische Momo-Teigtaschen, italienische Pasta, Hamburger aller Art, darunter Surf and Turf (Fleisch und Scampi), Hotdogs in jeder Variation – nomen est omen bei dieser Hitze. Zwei Damen bereiten Langos zu. Langos? Ungarische Hefeteig-Backwaren, ähnlich wie kleine Pizzen.

«Aber ganz anders!», wird man belehrt. Dutch Pommes, Raclette – auch das Bodenständige ist da. Vegetarisches und Süsses gibts ebenso: Sogar Kaiserschmarrn von Sissi und Franz ist am Streetfood Festival zu haben. E Guete!

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