Stadtschulen
Die Grundlagen sind da, die Gesamtsanierungen können beginnen

In den kommenden Jahren stehen für die Schulhäuser Wildbach, Fegetz und Vorstadt Totalsanierungen an. Die Schulraumplanung sieht eine Konzentration mehrerer Kindergärten in die bestehenden Schulanlagen vor.

Andreas Kaufmann
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Bei den Kindergärten gibt es erheblichen Handlungsbedarf, was ihre Sanierung angeht.

Bei den Kindergärten gibt es erheblichen Handlungsbedarf, was ihre Sanierung angeht.

Die Investitionsstrategie der Stadt Solothurn bei Bildungsbauten ist ambitioniert und komplex: Laut Finanzplan stehen in den kommenden Jahren Gesamtsanierungen bei den Schulhäusern Wildbach, Fegetz und Vorstadt an.

2014 aber forderte der Gemeinderat, dass die Planung dieser drei Grossprojekte zudem den sich entwickelnden Raumbedarf an Kindergärten, vor allem aber auch deren gegenwärtiger Zustand nicht unberücksichtigt lassen soll.

«Wir haben jetzt die strategischen Grundlagen geschaffen, um sowohl die Gesamtsanierungen der drei Schulhäuser einzuleiten, als auch die Planung der Kindergärten und Tagesschulen anzugehen», sagt Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamts, zum Grundlagenbericht zur erweiterten Schulraumplanung, der kommenden Dienstag dem Gemeinderat für die weitere Schulraum-Strategie als Diskussionsgrundlage dienen soll.

Sanierungsthema: Kindergärten

Tatsächlich gibt es rund um die städtischen Kindergärten ebenfalls einen erheblichen Handlungsbedarf. Entsprechend wurden die Kindergärten nach dem Gebäudezustand, dem Flächendefizit und dem Sanierungs- und Erweiterungspotenzial unter die Lupe genommen.

Fest steht: Sämtliche Kindergartengebäude erfüllen die geltenden Energievorschriften nicht, eine energetische Auffrischung wäre bei einer allfälligen Sanierung überall nötig. In den meisten Fällen werden auch die Flächenstandards nicht eingehalten.

Eine Sanierung stünde an der Wassergasse und am Heidiweg an; ebenso am Stäffiserweg, an der Unteren Sternengasse, und den Kindergärten Wildbach und Hubelmatt, die zudem wegen Platzmangel erweitert werden müssten. Ein Abbruch resp. Neubau wäre an den Standorten Tannenweg, Birkenweg, Dreibeinskreuz und Haffnerstrasse fällig.

Der dem Schulhaus Fegetz angegliederte Kindergarten wäre bei dessen angekündigten Gesamtsanierung ohnehin involviert. Einzig beim Hermesbühl-Kindergarten wären keine Massnahmen nötig, dafür aber eine sonstige Teilsanierung im Schulgebäude (Fassaden/Dächer).

Bezieht man nun die Kindergärten in die Gesamtstrategie der Schulraumplanung mit ein, so gelangt der Bericht des Stadtbauamts zu folgenden idealen Varianten: Die Liegenschaft Tannenweg wird verkauft, der entsprechende Kindergarten dem Schulhaus Brühl angegliedert. Ebenso verkauft würde die Birkenweg-Liegenschaft, und ersetzt durch einen Neubau im dereinstigen neuen Quartier «Weitblick».

Ebenfalls ein Verkauf stünde beim «Dreibeinskreuz» an, ferner die Vermietung der «Wassergasse» als allfällige Raumreserve, ein neues Kindergarten-Gebäude dafür dem Vorstadt-Schulhaus angegliedert. Auch das Grundstück «Hubelmatt» würde verkauft, dafür ein weiterer Kindergarten im «Fegetz» eingerichtet.

Der Kindergarten an der Haffnerstrasse würde als Reserve vermietet, dafür entstünde ein zusätzlicher Kindergarten an der Liegenschaft Heidiweg. Saniert und erweitert würden Wildbach und Stäffiserweg.

Aufwärtstrend: Tagesschulen

Ebenso in die Beurteilung der erweiterten Schulraumplanung mit einbezogen wurden die drei Tagesschul-Standorte Hermesbühl, Vorstadt und Brühl (mit Satellitenstation am Birkenweg). Aktuell besuchen 18 Prozent aller Kindergarten- und Schulkinder eine Tagesschule. Es wird für die kommenden Jahre mit einer steigenden Nachfrage derartiger Angebote gerechnet.

In der Analyse des Stadtbauamts wird deshalb für die Tagesschule Brühl, die auch das «Wildbach» bedient, zusammen mit besagtem neuen Kindergarten ein Neubau auf dem Brühl-Areal ins Auge gefasst. Ebenso ein Neubau vor Ort ist für die Tagesschule Vorstadt vorgesehen, ebenfalls mit dem neuen Kindergarten. Die Tagesschule im Hermesbühl würde weiter betrieben, aber durch eine weieter Tagesschule im «Fegetz» ergänzt.

Stadt wappnet sich für Energiespurt

Seit 2004 darf sich Solothurn Energiestadt nennen und zählt damit bis heute zu 404 Gemeinden, die sich um eine nachhaltige Energiepolitik bemüht haben. Bis am 22. August wappnet sich die Stadt dafür, die Unterlagen für die Rezertifizierung für die nächsten vier Jahre einzugeben.

Dabei gelten sowohl die bereits umgesetzten als auch die geplanten Massnahmen für die Jahre 2016 bis 2020 als Massstab für eine Neubewertung. Aktuell liegt die Stadt bei einem Umsetzungsgrad von 66 Prozent, gestartet ist sie vor zwölf Jahren mit 56 Prozent.

Für die höchste Qualifikation, nämlich das Gold-Label des «European Energy Award» sind nicht weniger als 75 Prozent nötig.
Kommenden Dienstag wird sich der Gemeinderat auch mit diesem energiepolitischen Massnahmenprogramm befassen.

Der Katalog umfasst zahlreiche Ziele. Ein besonderes Augenmerk haben Massnahmen im Zusammenhang mit der anstehenden Ortsplanungsrevision, gerade auch in der Gebietsentwicklung im «Weitblick».

Diverse energetische Sanierungen sollen in den kommenden vier bis fünf Jahren angestrebt werden: Dazu zählen die Schulhäuser Fegetz, Vorstadt, Wildbach, diverse städtische Kindergärten, die Technikzentrale West in der Basi und das Stadion Brühl.

Ebenso im Fokus steht der Neubau des Garderobenpavillon Mittleres Brühl. Auch soll die Effizienz der städtischen Strassenbeleuchtung erhöht werden. Ebenfalls im Massnahmenkatalog enthalten sind Temporeduktionen (konkret die geplante Tempo-30-Zone im Hubelmatt/Fegetz/Blumenstein) sowie die Attraktivierung der öffentlichen Räume, beispielsweise im Bereich der Berntorstrasse, am Postplatz, im Kreuzackerpark, an der Wengistrasse und am Westbahnhof, sowie am Hauptbahnhof.

Auch das Radwegnetz soll im Sinne der Langsamverkehrsförderung kontinuierlich an verschiedenen Orten verbessert werden. (ak)