«Kleine Portionen zum guten Preis» So heisst ein Motto des Streetfood Festivals. Aber was dann am Freitag unter der Leporello-Brücke abging, war nichts für halbe Portionen. Drei gestandene Mannsbilder und einen Gabelstapler brauchte es, um die Hauptattraktion auf den riesigen, motorisierten Grill zu hieven.

Mehr als 220 Kilo wog der Ochse, und mit dem Spiess kamen da rund 300 Kilo zusammen. Einen genügend grossen Grill dafür gibt es in der Region nicht, dieser wurde extra aus St. Gallen hergeschafft.

Mit der grossen Kelle angerichtet

Normalerweise ist man sich von Christian Härtge, mit 14 Gault-Millau-Punkten ausgezeichneter Küchenchef im Salzhaus, kleine Häppchen auf mehrere Gänge verteilt gewohnt. «Ein Roastbeef, eine Keule vom Wildschwein, ein Lamm. Das hat man als Koch alles schon einmal zubereitet», beschreibt Härtge seine Motivation. «Es war schon immer mein Traum, einmal einen ganzen Ochsen zu machen.» Sozusagen die Kür für einen Spitzenkoch sei das.

Die Idee sei ursprünglich Daniel Wagmann vom «Grilllade» während des Gusto Festivals vor einem Jahr gekommen. Rund 20 Stunden muss so ein ganzer Ochse auf dem Grill garen; rechtzeitig zum Mittag wird er am Samstag angeschnitten. Zwischen sechs- und siebenhundert Portionen soll es aus dem ganzen Ochsen geben. «Dazu empfehle ich ein kühles Bier», sagt Härtge.

Der Ochse am Spiess kommt am Streetfood-Festival an.

Der Ochse am Spiess kommt am Streetfood-Festival an.

Damit niemand auf dumme Gedanken kommen kann, muss über Nacht Wache geschoben werden. «Kein Problem für uns», meinte Urban Schiess, der Koch der «Alten Schmitte» in Selzach. «Jemand muss ja auch regelmässig unsere spezielle Lake über den Ochsen giessen.»

Aus Essig, Wasser, Knoblauch und Kräutern besteht diese Lake. Sie soll auf dem Fleisch eine schöne Kruste produzieren. «Es braucht gar nicht so viel Würze. Das Holzkohlefeuer sorgt fast alleine für den feinen Geschmack.»

Urban Schiess bewundert die argentinische Grillkunst seit Langem. «Es war auch mein Traum, einmal einen ganzen Ochsen zuzubereiten.»

Wer übrigens ob solcher Mengen Fleisch beim Streetfood Festival lieber vegetarisch essen möchte, der kommt an den vielen verschiedenen Ständen auch auf seine Rechnung. Unter der Leporello-Brücke, gleich neben dem Kofmehl und in der Nähe der Badi, gibt es am Samstag von 12 bis 22 Uhr und am Sonntag von 12 bis 19 Uhr kulinarische Spezialitäten und Musik aus der ganzen Welt zu geniessen.