Videodreh im Kofmehl

«Die Grösse, die Infrastruktur, die Höhe der Bühne - alles passt»

Das Kofmehl wird zum Filmset: Krokus beim Dreh des Musikclips «Dirty Dynamite» in der Raumbar.

Das Kofmehl wird zum Filmset: Krokus beim Dreh des Musikclips «Dirty Dynamite» in der Raumbar.

Am Montag findet in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn ein Konzert der Berner Sängerin Stefania Kaye statt, bei dem ihr neues Live-Video gedreht wird. Das Kofmehl ist nicht das erste Mal Plattform für Videodrehs.

Patent Ochsner, Beatsteaks oder Train - Musikalische Berühmtheiten aus dem In- und Ausland gehen in der Kulturfabrik Kofmehl ein und aus. Einige Schweizer Acts spielen nicht nur Konzerte im stimmungsvollen Rostwürfel, sondern drehen dort auch gleich ihre Musikvideos.

Das bekannteste Beispiel dafür sind Krokus, deren Musikvideo zum Song «Dirty Dynamite» in einigen Sequenzen in der Kulturfabrik spielt.

(Quelle: youtube/KrokusVEVO)

Krokus mit «Dirty Dynamite»

Auch der Solothurner Rapper Manillio hat sich den Heimvorteil zu Nutze gemacht und im Kofmehl einige Szenen für sein Musikvideo aufgenommen.

(Quele: youtube/Manillio)

«Flugzüg» - Manillio

Aktuell wird ein solches Projekt am nächsten Montag wieder durchgeführt: Die Berner Sängerin Stefania Kaye dreht während ihres Konzertes den Videoclip zu einem Song aus ihrem neuen Album «Pioneer» in der Halle.

Chrigu Stuber, Booker des Kofmehls, findet es immer wieder sehr spannend, eine solche Produktion umzusetzen. «Das ist etwas nicht Alltägliches. Dabei wird etwas Bleibendes geschaffen, das ist cool.»

Er erklärt aber auch, dass solche Videodrehs bei ihnen recht selten sind: «Wir haben ein sehr intensives Programm. Auf ein Jahr mit über 200 Anlässen kommt deshalb nur etwa ein Videodreh.» Häufiger komme es aber vor, dass das Kofmehl in einzelnen kleinen Konzertausschnitten, die Bands bei Konzerten aufnehmen und in ihre Videoclips einbauen, zu sehen sei.

Denn heute würde in den Musikvideos oft eine Geschichte erzählt und zwischen mehreren Schauplätzen gewechselt, meint Stuber. Diesem Trend folgt Stefania Kaye mit ihrem Clip nicht - laut ihrem Manager Stefan Mischler soll im Video hauptsächlich das Konzert gezeigt werden. 

Der rege Kontakt zu den Schweizer Bands sei verantwortlich für das Zustandekommen eines solchen Videos, so Stuber. «Viele Bands wie Züri West, Patent Ochsner, Pegasus oder eben Krokus proben den Tag hindurch in unseren Konzerträumlichkeiten. So entstehen dann auch Ideen für gemeinsame Projekte wie jenes des Videodrehs», erzählt der Booker. Die Bands würden jeweils mit Anfragen auf sie zukommen.

Dies war auch der Fall bei Stefania Kaye. Manager Stefan Mischler hatte die Idee zum Videodreh im Kofmehl. Mischler, der gleichzeitig auch Züri West managt, begründet die Wahl der Kulturfabrik mit lobenden Worten: «Es ist einfach ein gutes Lokal. Die Grösse, die Infrastruktur, die Höhe der Bühne - alles passt.»

Keine Mietkosten im Kofmehl

Der Aufwand für eine solche Produktion sei schon relativ hoch, meint Mischler. Es werde ein spezielles Filmteam benötigt und qualitativ gute Tonaufnahmen müssten gemacht werden. Für das Kofmehl-Personal hingegen hält sich der Aufwand im Rahmen. «Im Vergleich zu einem Konzert einer internationalen Band, die mit riesigen Lastwagen vorfährt, ist ein Videodreh eine recht unkomplizierte Sache», so Stuber, der im Kofmehl schon seit mehreren Jahren für die Konzertplanung verantwortlich ist.

Deshalb sei es auch im Sinne des Kofmehls, dass ein solches Projekt mit tiefem Budget realisiert werden könne, betont der Programmleiter. Die Musiker müssten nur bezahlen, was sie zusätzlich zum bestehenden Kofmehl-Inventar benötigen. Es gäbe keine Mietkosten für das Konzertlokal.

Sind in der Kulturfabrik derzeit weitere solche Videodrehs geplant? «Nicht wirklich», sagt Stuber. «Wir sind aber offen, wenn sich etwas ergibt.» Es gebe jedoch eine Videoproduktion, die in Planung sei: die Veranstaltung 8x15. Diese hat schon zweimal im Kofmehl stattgefunden und soll im Frühling 2015 wieder auf die Beine gestellt werden. Sie bietet in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen jungen Bands, oft Newcomern, die Chance, auf einer Bühne vor grösserem Publikum aufzutreten. «Die entstandenen Videos nutzen viele Bands dann zu Promozwecken, da sie professionell produziert sind», meint Stuber.

Hier das Making-Of-Video von «Dirty Dynamite» im Kofmehl:

(Quelle: youtube/KROKUSonline1)

The Making of Dirty Dynamite (2013) Official Band Video

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