Solothurn

Die Genossenschaft Baseltor erhält einen «Spezialpreis» von einer Organisation der UNESCO

Preisübergabe Hotel de la Couronne, v.l. Murat Baki, Claudia Vogl-Baki, Sylvain Malfroy, Martin Volkart, Lea Jaussi, Buphahak Phetxomphou, Sabrina Knittel

Preisübergabe Hotel de la Couronne, v.l. Murat Baki, Claudia Vogl-Baki, Sylvain Malfroy, Martin Volkart, Lea Jaussi, Buphahak Phetxomphou, Sabrina Knittel

Die Genossenschaft Baseltor erhält einen Preis für ihre Arbeit in der historischen Altstadt.

Die Preisverleihung für den «Spezialpreis 2021» von Icomos Suisse (siehe Box), fand coronabedingt unprätentiös im kleinen Rahmen im Hotel La Couronne statt. Via Zoom waren noch zwei andere Gewinner, nämlich das Hotel Schloss Schadau in Thun und das Restaurant la Bavaria in Lausanne anwesend. Hier in Solothurn wurde aber nicht ein Hotel oder ein Restaurant ausgezeichnet, sondern die Genossenschaft Baseltor mit ihren vier Betrieben dem Restaurant Salzhaus, der Bar Solheure, dem Boutique Hotel La Couronne und dem namensgebenden Hotel Baseltor.

Anwesend waren bei diesem Anlass lediglich die Betriebsleiterinnen der Betriebe, Martin Volkart als Delegierter des Vorstandes der Genossenschaft und das Jurymitglied Sylvain Malfroy. Dieser Spezialpreis ehrt «das unermüdliche Engagement des Kollektivs in den vergangenen Jahrzehnten zu Gunsten eines vielfältigen sozialen und kulturellen Lebens inmitten einer erhaltenen Altstadt», wie es Malfroy in seiner Ansprache formuliert.

Die Genossenschaft gehört schon lange zu Solothurn: Vor rund 40 Jahren wurde die Genossenschaft Löwen gegründet und 1992 zu Genossenschaft Baseltor umbenannt. Seither wurde das Portfolio der Genossenschaft stets erweitert, nächstes Jahr werden sie ihren fünften Betrieb eröffnen: Am Märetplatz wird im Frühjahr das ehemalige «Gallo Nero» mit einem neuem Konzept aufgemacht. «Ihr seid in der Altstadt stark präsent – fast wie ein italienisches ‹Albergo diffuso›», erklärt Sylvain Malfroy. Dadurch, dass die Betriebe dezentral verstreut sind – wie bei einem Albergo diffuso –, würde die ganze Altstadt belebt.

Wie mit der historischen Bausubstanz umgegangen wurde, begeisterte die Jury. Die Eingriffe in die Bausubstanz seien vorbildlich in Zusammenarbeit mit der kantonaler Denkmalpflege, Altstadtkommission und Eigentümern entstanden. Dadurch sei es gelungen, dass die wichtigen Bauteile erhalten blieben und gleichzeitig auch Neues daneben entstehen konnte. Weiter erklärt Malfroy, dass die Führung und Unternehmenskultur der Genossenschaft beispielhaft sei und immer noch den «ethischen Werten ihrer Gründerzeit» entsprechen würde.

Ein unsichtbarer Gigant in der Altstadt

Die Genossenschaft hat heute rund 350 Genossenschafter und ungefähr 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vor der Coronapandemie realisierten diese einen Umsatz von rund 13,5 Millionen Franken pro Jahr.

Wir freuen uns sehr über diesen Preis», erklärt Martin Volkart von der Genossenschaft. Insbesondere in der jetzigen Zeit sei eine solche Anerkennung ein Aufsteller. In welchem Betrieb die Plakette nun angebracht wird, ist unklar. «Wir können ja jedes Jahr wechseln», meint er scherzend.

Autorin

Judith Frei

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