Solothurn
Die GAW konnte im letzten Jahr neue Kunden gewinnen

Die Gemeinschaftsantenne Weissenstein erzielte im letzten Jahr ein moderates Wachstum. 2017 konnten 1000 Kunden dazugewonnen werden.

Raphael Karpf
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«Es geht der GAW gut. Wir haben Jahr für Jahr zugelegt», meinte Aufsichtsratspräsident Walter Keller.

«Es geht der GAW gut. Wir haben Jahr für Jahr zugelegt», meinte Aufsichtsratspräsident Walter Keller.

Wolfgang Wagmann

Die Telekommunikationsbranche ist einem stetigen Wandel ausgesetzt. Das vergangene Jahr war aber für die Gemeinschaftsantenne Weissenstein (GAW) trotzdem ein spezielles. Im April 2017 hat die Firma nämlich ihren Standort gewechselt.

«Neben der täglichen Arbeit kam auch noch das Tragen der Umzugskisten und das Einrichten der neuen Liegenschaft auf uns zu», so Geschäftsführer Marcel Eheim. Er legte an der Gesellschafterversammlung in Lüterkofen Rechenschaft über das vergangene Geschäftsjahr ab.

Die GAW habe auch 2017 weiter Kunden, und zwar über 1000, dazugewonnen. Da die Swisscom die analoge Telefonie abgeschaltet hat, konnte die GAW in diesem Bereich profitieren. Das Wachstum lag bei stattlichen 16 Prozent.

Eher bescheiden sei dafür der Zuwachs im Bereich Mobilfunk. «Viele unserer Kunden bleiben mit dem Mobiltelefon bei ihrem gewohnten Anbieter.» Ebenfalls um 16 Prozent ist der Anteil an Kunden mit Digitalfernsehen gewachsen. Die Bautätigkeit in der Region schlägt sich bei der GAW nieder.

454 Nutzungseinheiten wurden in den GAW-Gemeinden neu angeschlossen. «Schwierigkeiten macht uns hier das Abrechnen. Oft wissen wir nicht genau, ab wann wir die Signalgebühren verrechnen dürfen, da die Wohnungen nicht immer sofort bezogen werden», erklärte Eheim.

Der GAW-Shop werde nach wie vor häufig aufgesucht. Per Ende 2017 waren 23'700 Liegenschaften am Glasfasernetz angeschlossen. Rund ein Drittel davon habe die Glasfaser nicht nur bis zum Haus, sondern auch bereits im Haus drinnen.

Die GAW sponsert seit einigen Jahren in der Gemeinde, die den grössten Zuwachs innerhalb des Gebietes verzeichnen kann, ein Apéro. Letztes Jahr machte Balm bei Günsberg das Rennen. Heuer musste sich die Gemeinde mit dem zweiten Platz begnügen. Den grössten Zuwachs an Kunden verzeichnete die GAW nämlich in Obergerlafingen. Beliebt ist der Anbieter auch in Kyburg-Buchegg (Platz 3), Utzenstorf (Platz 4) und Feldbrunnen (Platz 5).

Kampf um jeden Anschluss

Das Fazit von Eheim war klar: «Eine gewisse Marktsättigung ist vorhanden. Wir kämpfen um jeden neuen Grundanschluss.» Die Kundschaft entscheide sich heute in aller Regel für einen einzigen Anbieter und beziehe dann sämtliche Produkte dort. In diesem Sinne investiere auch die GAW immer wieder in Neues. Als ein Beispiel nannte Eheim etwa den TV-Sender MySports.

«Es geht der GAW gut. Wir haben Jahr für Jahr zugelegt», meinte Aufsichtsratspräsident Walter Keller. Der Betriebsertrag konnte um 4 Prozent gesteigert werden und man habe einen Gewinn von 675 000 Franken erwirtschaftet. 191'700 Franken werden als Dividenden an die Gemeinden ausgeschüttet. Keller zeigte auch auf, dass es kaum so weitergehen werde. In den letzten fünf Jahren habe die GAW fast 40 Mio. Franken in das Glasfasernetz investiert. Das habe man alles aus Eigenmitteln finanziert.

«Aber jetzt habe wir einen Kredit aufgenommen.» Es sei darum möglich, dass sich die Dividende im kommenden Jahr halbiere. «Je nachdem wie die Geschäfte gehen, werden wir diesen Antrag an der nächsten Versammlung stellen.» Es sei nicht die Absicht der GAW, den Gemeinden Geld wegzunehmen. «Wir kündigen dies aber vorsichtshalber jetzt schon an.»

Walter Keller (Lohn-Ammannsegg) wurde als Präsident des Aufsichtsrates wiedergewählt. Ebenso die Mitglieder Romano Ferrari (Bellach), Dominik Portmann (Lohn-Ammannsegg) und Marcel Rindlisbacher (Lostorf). Hans Weyermann (Utzenstorf) wurde nach vielen Jahren Mitarbeit mit einem Applaus verabschiedet. Er wird durch Beat Linder (Bätterkinden) ersetzt.