Solothurn

Die ganze Märetplatz-Front ist neu in einer Hand – «Gallo Nero» wird umgebaut

Beide Häuser gehören und Urs Rudolfs Immobiliengesellschaft.

Beide Häuser gehören und Urs Rudolfs Immobiliengesellschaft.

Nun ist auch klar, wer die Liegenschaft der Familie Privé am Solothurner Märetplatz gekauft hat: die Solothurnische Immoblienverwaltung, geführt von Urs Rudolf. Er will die Liegenschaft mit dem bald schliessenden «Gallo Nero» umbauen.

Das Restaurant Gallo Nero schliesst nach drei Jahren Ende Februar. Pächter Chris van den Broeke, der nebenan auf dem Zunfthaus zu Wirthen wirtet, gibt das Lokal am Märetplatz mangels Rentabilität auf. Gepachtet hatte er es von der Hauseigentümerin, der Familie Privé, die das vorherige «Bistraito» jahrzehntelang erfolgreich betrieben hatte. Nun haben sich Maria und Lionel Privé entschlossen, das Haus nach 30 Jahren zu verkaufen, und zwar an einen «Nachbarn»: An der Gurzelngasse 2 ist die Solothurnische Immobilienverwaltung SIV von Urs Rudolf ansässig. Dieser bestätigt: «Ja, wir haben das Haus gekauft und Chris van den Broeke noch den ganzen März über Zeit eingeräumt, sein Inventar zu verkaufen.»

Totalsanierung des Hauses ist geplant

Getreu seiner Maxime, Häuser nicht einfach zu Spekulationszwecken zu erwerben, sondern einer zukunftsgerichteten Nutzung zuzuführen, will er auch die prominent gelegene Liegenschaft einer Totalsanierung unterziehen. Oder wie sich Rudolf ausdrückt: «Das Ziel ist ein nach den Normen des Denkmalschutzes und der Altstadtkommission renoviertes Haus, das die Einmaligkeit der Stadt weiter betont.» Dabei rechnet Rudolf mit einer Umbauphase von rund einem Jahr. Auch die Wohnungen in den Obergeschossen werden saniert, die Mietverträge jedoch aufrechterhalten. Zur künftigen Nutzung des Restaurants gebe es schon Anfragen von Interessenten. Vorstellen kann sich der neue Eigentümer Ansätze wie eine Confiserie, Vinothek, Comestibles kombiniert mit Restaurant/Café, «wobei ein Laden mit ganz anderer Ausrichtung nicht ausgeschlossen bleibt.»

Chancen auch für die Brasserie Fédérale

Rudolfs Immobilienverwaltung, im Besitz von mehr als zwei Dutzend Altstadtliegenschaften, gehört auch das Nachbargebäude des «Noch-Gallo-Nero», in dem die Gastrokette des Solothurners Fritz Bader die Brasserie Fédérale betreibt. Damit ergeben sich auch für Rudolf mögliche Synergien zwischen den beiden nun ihm gehörenden Liegenschaften. Provisorisch bis Baubeginn könne die Brasserie die ganze Aussenterrasse bewirtschaften.

Auch zur Diskussion stehe, den Keller des «Gallo Nero» mit dem Untergeschoss der Brasserie zu verbinden und dieser zu überlassen. Das würde nebenan den «platzfressenden» Treppenabgang ersparen und Take-away-Möglichkeiten Richtung Gurzelngasse eröffnen. Auch möchte Rudolf das an die Liegenschaft angebaute «Blechhäuschen» in irgendeiner Form, vielleicht als «Chambre séparée», besser nutzen.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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