Sie ist eine Idylle ganz in Stadtnähe – und dürfte mittelfristig auch eine bleiben: die Gärtnerei Waibel an der Unteren Sternengasse. Das alte Fachwerkhaus im Zentrum ist umringt von mehreren Treibhäusern, Nebengebäuden, einem Teich und sogar einem Hühnerstall. «Das Land gehört dem Bistum Basel, und es darf laut einem Servitut nicht überbaut werden», erklärt Gärtnerei-Inhaber Martin Waibel. Er habe mit dem Bistum einen langfristigen Pachtvertrag, der bei Bedarf verlängert werden könnte. Das Areal sei «eng verzahnt» mit dem Sitz des Bischofs von Basel nebenan, «und man ist dort froh, dass jemand zum Areal schaut», so der 62-jährige Gärtner.

Blumengeschäft wird untervermietet

Allmählich bereitet sich Martin Waibel allerdings auch auf den Ausstieg ins Pensionsalter vor. «Auf den 1. September gebe ich das Blumengeschäft im Haus auf und werde es untervermieten.» Eine ehemalige Lehrtochter habe daran Interesse gezeigt und werde es zu diesem Zeitpunkt übernehmen. «Die Gärtnerei werde ich vorläufig weiterführen, genauso wie die Einlagerung von Pflanzen über den Winter oder die Arbeiten im Friedhof.» Allerdings könne er sich durchaus weitere Untervermietungen in den nächsten Jahren vorstellen und auch entsprechendes Interesse an solchen Geschäftsmodellen sei durchaus vorhanden.

Das Geschäft ist härter geworden

Keinen Hehl macht Martin Waibel aus der Tatsache, dass auch in seiner Branche das Geschäft härter geworden ist. Da sei einmal die scharfe Konkurrenz durch die Grossverteiler, dann aber auch die Tatsache, dass die Gräberpflege und -gestaltung auf dem benachbarten Friedhof St. Katharinen massiv zurückgegangen sei. «Eigentlich rentiert die Gärtnerei fast nur noch im Frühling. Das Herbstgeschäft dagegen existiert praktisch nicht mehr», verwaist Waibel auf die rückläufige Tendenz, nach dem Sommer noch Anpflanzungen vorzunehmen.

Die Untervermietung des Blumengeschäfts lässt beim Pachtgeber, dem Bistum Basel, noch keineswegs die Alarmglocken schrillen. «Der Vertrag mit der Familie Waibel ist uralt und geht schon auf Martin Waibels Eltern zurück», erklärt Patricia Villiger, als Verwalterin des Bistums für die Immobilien zuständig. Der Pachtvertrag sei noch mehrere Jahre gültig und deshalb habe man sich auch noch gar nicht mit der Zukunft des Areals befasst. Und Überbauungsabsichten gebe es schon gar nicht. Auf den Hinweis von Martin Waibel, dass aufgrund eines Erb-Servituts eine Überbauung gar nicht möglich sei, meint Patricia Villiger, dies werde man später beim Auslaufen des Pachtvertrages näher abklären - auch dies sei aktuell noch gar kein Thema.

Keine Umzonung des Areals geplant

Fakt ist: Das Areal der Gärtnerei Waibel könnte rein von der Zonierung her absolut überbaut werden. Denn es liegt in der Wohnzone W3b, was eine dreistöckige Planung erlauben würde. Und das soll auch so bleiben. Angesprochen auf die laufende Ortsplanungsrevision, erklärt Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt, es gebe in der gegenwärtigen Revision keine Umzonungsabsichten für das Gärtnerei-Areal: «Nein, die Zone bleibt in einer Wohnzone W3b.»