Vielen genügt es zu wissen, wie der Datenstrom von der Buchse zum Fernseher, Radio oder Computer kommt. Doch die Gemeinschaftsantenne Weissenstein GAW hat das grosse Ganze im Auge - und damit die Zukunft: So bringt der Dienstleister für Internet, TV und Radio derzeit seine Netzinfrastrukturen auf Vordermann und bereitet sich vor, das mittlerweile 40-jährige Koaxial- durch ein Glasfasernetz zu ersetzen.

«Die heutigen Leitungen reichen für die derzeitigen Ansprüche zwar vollends aus. Und auch die Versorgungssicherheit ist gewährleistet», sagt Marco Lupi, GAW-Projektleiter Marketing. Denn auch bei der Koaxialtechnologie spricht man heute von einem Hochleistungsnetz: «Dennoch müssen wir uns auf den Tag X vorbereiten, an dem das Koaxialnetz nicht mehr ausreicht.» Die Umstellung auf Glasfaser soll also bereits vor diesem «Tag X» abgeschlossen sein.

Weniger Wartungsaufwand

Vorteilhaft ist die Glasfasertechnik aus mehreren Gründen, wie Roland Christen, Projektleiter FttH («Fibre to the Home») erläutert: «Die Betriebssicherheit wird nochmals höher, während der Wartungsaufwand sinkt.» Dies erkläre sich dadurch, dass bei einer Glasfaserleitung unterwegs weniger aktive, stromgespeiste Geräte nötig sind, um das Signal zu verstärken. Wenn eine Leitung ein vom Stromausfall betroffenes Gebiet zum Endkunden durchquert, bleibt so die Leitung intakt, weil keine stromabhängige Signalverstärker dazwischen nötig sind.

Ein höherer Datendurchsatz zählt hingegen nicht zu den primären Gründen für die Netzerneuerung. So schafft bereits die aktuelle Koaxial-Leitung einen Datenfluss von 2,25 Gigabit pro Sekunde, was für die Versorgung mit Internet, TV und Radio-Inhalten derzeit mehr als ausreicht.

In Solothurn Ende 2016 vollendet

Auf beziehungsweise unter städtischem Boden ist der Netzausbau bis zu den Häusern bereits zur Hälfte erledigt. Ab nächster Woche beginnen in Solothurn die Arbeiten an den Hausanschlüssen selbst, die ebenfalls für einen Glasfaserbetrieb fit gemacht werden. Beendet sind die Arbeiten Ende 2016. Biberist wird im Januar erneuert, Langendorf ab 2015.

Als erste Gemeinde ist Derendingen ab dem 11. November vollständig via Glasfaser versorgt. «Der Kunde wird mit einem Schreiben über die Installationsarbeiten informiert, wird aber vom Umbau selbst nicht viel merken.» Auch direkte Kosten für die Internet-, TV- und Radionutzer gibt es keine: «Den Hausanschluss erneuern wir gratis, das liegt als Service public in unserer Verantwortung.» Hausintern kann dank eines Signalwandlers die Koaxialtechnik weiterhin bestehen bleiben.

In 13 Jahren abgeschlossen

Lediglich im Falle einer ohnehin anstehenden Renovation empfiehlt die GAW, auch die gebäudeinternen Netzstrukturen - also den Weg vom Hausanschluss zur Buchse - auf Glasfaser umzurüsten, dann aber natürlich auf eigene Kosten.

Die Finanzierung für das Netz bis zum Gebäude selbst übernimmt hingegen die Gemeinschaftsantenne zusammen mit der Swisscom, was für die GAW allein über das ganze städtische Versorgungsgebiet mit rund 20 Mio. Franken zu Buche schlägt. Der Netzersatzbau in den insgesamt 32 Gemeinden soll insgesamt bis in 13 Jahren abgeschlossen sein, informiert Marco Lupi.