Solothurn
Die «Flora»-Geschichte geht weiter – mit einem neuen Wirt

Lange bestimmten Frauen die Geschichte des Solothurner Altstadtbeizlis Flora. Nun hat mit Hans-Peter Wüthrich ein Wirt das Lokal an der Weberngasse übernommen.

Wolfgang Wagmann
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Hans-Peter Wüthrich will das «Flora» in seinem Charakter als Altstadt-Beiz weiterführen.

Hans-Peter Wüthrich will das «Flora» in seinem Charakter als Altstadt-Beiz weiterführen.

Wolfgang Wagmann

Seit 1842 existiert das «Flora» schon, und die Besitzer möchten, dass es seinen Charakter behält. Keine einfache Aufgabe also für die bisherige Wirtin Irma Bürgi, als sie sich letztes Jahr daranmachte, ihre Nachfolge zu regeln. Gefunden wurde sie in der Person von Hans-Peter Wüthrich. «Als ich durch die Türe eingetreten bin, habe ich mich gleich in das ‹Flora› verliebt. Und Gott sei Dank habe ich es bekommen», versichert der 61-jährige neue Wirt, dass er den Charakter des Lokals unbedingt erhalten wolle.

Erfahrung bringt er mit, war er doch zuletzt 16 Jahre für die Oltner Gastronomie AG tätig gewesen. «Angefangen habe ich bei Coop Schweiz in Adelboden und später dann die Cafeteria der Tennishalle in Wohlen geführt», erzählt der gebürtige Emmentaler, «e Bueb vom Trueb», weiter.

Ein breites Angebot

Akribisch hat er sich vor seinem Start in der Stadt umgesehen, um ein Angebot zu kreieren, das nicht schon x andere Restaurants führen. Ab 9 Uhr gibts ein kleines Zmorge, über den Mittag eine Suppe, ein Menü und dazu eine Vegi-Variante. Ab 14.30 Uhr setzt Wüthrich auf Crêpes aller Art und warme Sandwiches, «das hat sich schon in Olten bewährt». Die Küche will er alleine managen, auch wenn weitere Spezialitäten nebst einigen Standargerichten im Angebot sind. So gibts für Gruppen ab zehn Personen im 20-plätzigen Säli einen «Teigwarenschmaus» mit verschiedenen Saucen. Zu haben sind auf der Karte auch ein Winzerfondue oder der «Tatarenhut» mit vier Fleischsorten. Zwei Personen helfen im Service mit, darunter der langjährige «gute Flora-Geist», Heidi Nobs.

Die Fasnacht und ein Problem

Starten will Hans-Peter Wüthrich mit Öffnungszeiten bis 22 Uhr jeweils von Dienstag bis und mit Samstag. Dies gilt natürlich nicht für die Fasnachtshochburg «Flora», die der neue Wirt bereits noch unter seiner Vorgängerin im Februar inspiziert hatte. «Beeindruckend, was hier abgeht», findet Wüthrich, denn in Olten sei die Beizenfasnacht weitgehend «gestorben». Dies, weil die Guggen sich nur noch in den dort üblichen – und in Solothurn nicht erlaubten – Festzelten produzierten.

Während das kleine Beizli an der Weberngasse zu närrischen Zeiten quasi ein Selbstläufer ist, muss Hans-Peter Wüthrich ausgerechnt in seinem Startsommer mit einem gravierenden Handicap kämpfen: Statt lauschiger Abendrunden vor dem «Flora» in der Gasse beansprucht jetzt der Kransockel für den Hof-Umbau von Manor fast den gesamten Platz, wo sich sonst die Gäste breitmachen konnten. Immerhin hat Wüthrich ein Quäntchen Hoffnung, dass er zumindest ab Mai ein, zwei Tischlein draussen platzieren kann. «Meine Hauseigentümer wollen sich dafür bei der Bauunternehmung einsetzten.» Die Bauarbeiten ziehen sich bekanntlich über das ganze Jahr hin.