Ausstellung

Die Farbe Schwarz ist nuancenreich und vielgestaltig

Das Thema «Schwarz» steht im Zentrum der Gruppenausstellung.

Das Thema «Schwarz» steht im Zentrum der Gruppenausstellung.

Zehn Kunstschaffende zeigen in der Solothurner Galerie Christoph Abbühl, dass Schwarz nicht einfach Schwarz ist. Denn Schwarz ist letztendlich die Absorption aller Spektren des Lichts.

Für viele gilt die Farbe Schwarz als unbunt, existenzialistisch und in unserer Kultur als ein Zeichen für Trauer, Dunkelheit, Düsternis. Galerist Christoph Abbühl will mit dieser Gruppenausstellung aufzeigen, dass Schwarz mehr ist als eine Unfarbe – nämlich nuancenreich und vielgestaltig; auch wenn die inhaltlich abwechslungsreiche Bilderschau in einer gewissen ästhetischen Strenge des Schwarz gefangen bleibt.

Schwarz ist letztendlich die Absorption aller Spektren des Lichts. Und wie sehr das Schwarz eine absolut greifbare Stofflichkeit entwickeln kann, erlebt man in den reinen Monochromien des Japaners Takashi Suzuki. Susanne Lyner hingegen «öffnet» den schwarzen Bildraum durch die auf die Leinwand geworfenen Farben, die sich im schwarzgrundigen Gesamtbild zu gewebeartigen oder zeichenhaften Strukturen verdichten. Auch bei Barbara Schultz scheint der Bildraum schwarz und gleichzeitig in mystischer Bewegung, wenn aus der diffusen Oberfläche naturhaft-fantastische Gestaltungen hervorschimmern.

Bei Heinz Egger und Otto Lehmann wirkt das Schwarzweiss über das Formale als emotionales Moment. Eggers düstere Räumlichkeiten in den verschiedenen Schwarz-Grau-Tönen tauchen die Betrachter in dämmerige Grenzsituationen, die Innen und Aussen gegeneinander ausspielen. Und Lehmanns frühe Arbeiten aus den 1980er-Jahren verweisen mit den reduzierten Figurationen auf seine frühere Expressivität zwischen Art brut und jungen Wilden. Harald Kröner dann verwandelt in Mischtechnik bearbeitete Polaroid-Aufnahmen zu bizarren Farbwolken, indem er mit schwarzer Tusche in die Filmemulsion eingreift und die Bildquadrate zu reliquienartigen «Totems» auslegt.

Bei Nikola Dimitrov, ursprünglich Konzertpianist, ist der erste Eindruck ein durchaus musikalischer: der regelmässige Rhythmus der linearen Anordnungen und feinen, teils lichten Geflechte lassen an Notenblätter denken. Jürg Straumann arbeitet bekanntlich mit Paraphrasen bekannter Künstler. Hier zeigt er Figurationen von Felix Valloton, indem er die Konturen in die schwarze Oberfläche schneidet, sodass das Weiss der Schnittkanten subtile Linien skizziert.

Ueli Studer befasst sichmit geologischen Strukturen in der Landschaft, zieht die erdgeschichtlichen Spuren als feines Liniengeflecht ins nächtliche Schwarz und weist mit rot leuchtenden Flecken auf Grabungsöffnungen hin. Während Jörg Niederberger das schwarzgrau fliessende Universum zwischen Tag und Nacht, Nacht und Tag vom Rand her farbig leuchten lässt.

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