«Sunne-, Sunne-, Sunnestrahl, lücht üs über Berg und Tal», singt Liedermacher Linard Bardill zur Volksschar auf der St.-Ursen-Treppe und animiert sie zum Mitsingen. Tatsächlich scheint das Einstiegslied zu helfen. Während es nämlich «den ganzen Morgen über nur einmal geregnet hatte», wie Bardill es formulierte, drückt die Sonne nun tatsächlich etwas durch die Wolken.

Der Regen verwandelt sich in ein feines Nieseln. Auf der St.-Ursen-Treppe singen bald alle im Chor mit, ahmen Esel nach und so entwickelt Linard Bardills seine Interpretation der Geschichte der Bremer Stadtmusikanten. Der Bündner Liedermacher macht Stimmung. Bald geht der strömende Regen aber wieder los, die BEKB-Mitarbeitenden verteilen rote Pelerinen, Schirme werden aufgespannt und die Treppe wird zum Sitzen zu ungemütlich.

Märchenwelt ist beliebt

«Ich möchte auch ein Foto mit Schneewittchen machen», ruft ein Mädchen auf dem Marktplatz aufgeregt. Schnell bringt es sich vor dem Hexenhäuschen in Position, nimmt Schneewittchen an die eine Hand, zieht mit der anderen Hand am Ohr des Elefanten und schon blitzt die Kamera.

Die Polaroid-Bilder werden den Kindern gleich mitgegeben. Und wer auch etwas zum diesjährigen Motto «märchenhaft» basteln will, hat an Gurzeln- und Hauptgasse jede Menge Möglichkeiten. Hexenhüte, Zauberstäbe, Buttons mit Märchensujets und vieles mehr können dort hergestellt werden.

Die Rollerbahn ist wie jedes Jahr ein Höhepunkt. Ein Junge sieht unter seiner Kapuze kaum noch hervor, einem Mädchen kleben die triefenden Haare im Gesicht – aber trotzdem setzen sie sich auf die Rollenrutsche und sausen lachend die Friedhofgasse hinunter. Einigen kann der Regen eben nichts anhaben.

«Ich finde es super hier, trotz Regen. Man muss sich halt entsprechend anziehen», sagt Martin Jeker. Es sei schliesslich nur nass, nicht kalt. Auch seine fünf Monate alte Tochter Meret hat den Plausch und schwingt mit den Armen zu Linard Bardill mit. «Wir kommen nächstes Jahr sicher wieder.»

Dass der Familientag 2013 wieder stattfindet, hat Geschäftsleitungsmitglied Stefan Gerber bereits zugesichert. Nachdem heuer das zehnjährige Jubiläum stattfand, müsse die Solothurnerzahl elf unbedingt gefeiert werden. Ausserdem habe der Anlass, der jedes Jahr einen grossen Posten im Marketing-Budget der Bank ausmacht, bereits Tradition. «Wir sind hocherfreut, dass trotz des Regens so viele Familien gekommen sind», sagt Stefan Gerber. Anstatt 4000 Leuten wie in den letzten Jahren, hätten immerhin rund 2000 Personen den Anlass besucht.

Regen hat auch Vorteile

Und in den Augen einiger Besucher hat der Regen sogar Vorteile. «Man muss nirgends anstehen», sagt Jacqueline Erzer Murga. Das sei im Vergleich zu den letzten Jahren ein grosser Pluspunkt. Während Tochter Elena im Kinderwagen schläft, kann die siebenjährige Deborah die Rollerbahn deshalb gleich mehrmals hintereinander ausprobieren. Kollegin Brigitte Oetterli ergänzt: «Aufgrund des Wetters zu Hause zu bleiben, wäre gar nicht in Frage gekommen.»