Solothurn
Die Ermittlungen nach dem Feuerdrama sind «in vollem Gange»

Während mittlerweile bekannt ist, dass die beiden überlebenden Kinder der Brandnacht aus dem Spital entlassen worden sind, gibt es Seitens der Staatsanwaltschaft keine Neuigkeiten: Die Ermittlungen zum Brand, sowie die Strafuntersuchung gegen die Beschuldigte dauern an.

Noëlle Karpf
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Am 26. November brannte es an der Wengistrasse 40 - zum Verhängnis wurde den Bewohnern vor allem die starke Rauchentwicklung.

Am 26. November brannte es an der Wengistrasse 40 - zum Verhängnis wurde den Bewohnern vor allem die starke Rauchentwicklung.

ALEXANDRA WEY

Rund zwei Wochen nach der Brandkatastrophe von Solothurn gibt es Neuigkeiten: Die beiden äthiopischen Kinder, die in der Brandnacht zu Waisen wurden, konnten aus dem Spital entlassen werden. Ihre Eltern sowie ihr Geschwister starben, ebenso eine vierköpfige Familie aus Eritrea. Bekannt ist ebenfalls, dass wohl eine Zigarette zum Brand geführt hat. Unklar bleibt noch immer, wie es im Haus an der Wengistrasse 40 zu solch einer starken Rauchentwicklung kommen konnte, welche den Bewohnern wohl zum Verhängnis wurde.

Auf die Nachfrage nach den genauen Ursachen für die Rauchentwicklung im Gebäude schreibt Cony Zubler, Mediensprecherin bei der Staatsanwaltschaft: «Die Ermittlungen rund um den Brand an der Wengistrasse vom 26. November sind nicht abgeschlossen sondern in vollem Gange, weshalb noch von keinem definitiven Ergebnis gesprochen werden kann.»

Gemäss derzeitigen Erkenntnissen sei das Feuer tatsächlich durch unsachgemässen Umgang mit Raucherware ausgelöst wurden, aber: «Wie und warum es zum Brand mit starker Rauchentwicklung kam, ist Gegenstand der laufenden Untersuchung.» So kann die Staatsanwaltschaft auch noch keine Fragen dazu beantworten, wie es um die Brandschutzeinrichtungen im betroffenen Gebäude stand.

In einem Mehrfamilienhaus an der Wengistrasse 40 in Solothurn brannte es in der Nacht auf Montag, 26.November 2018.
12 Bilder
In dem Gebäude befanden sich zu diesem Zeitpunkt 20 Personen, die grösstenteils mit Hilfe der Feuerwehr aus dem Haus gebracht wurden.
Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot im Einsatz.
Starke Rauchentwicklung
Sechs Personen starben in dieser Nacht, ein weiteres Kind erlag später seinen Verletzungen im Spital.
Der Kanton Solothurn hatte 2018 im Haus zwei Stockwerke für die Unterbringung von Asylsuchenden angemietet.
Im Haus gab es keine Rauchmelder

In einem Mehrfamilienhaus an der Wengistrasse 40 in Solothurn brannte es in der Nacht auf Montag, 26.November 2018.

Kapo SO

Strafuntersuchung hängig

Kurz nach dem Brand wurde eine Bewohnerin des Hauses festgenommen, und danach wieder freigelassen. Sie gab an, im Bett geraucht zu haben. Dadurch soll das Feuer entstanden sein. Derzeit läuft eine Strafuntersuchung. Es geht um mehrfache fahrlässige Tötung, mehrfache fahrlässige Körperverletzung und um fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst. Wann und wie das Verfahren abgeschlossen wird, ist laut Zubler noch offen.

Die beschuldigte Person wird nach wie vor «durch entsprechende Fachpersonen» betreut. «Aus Persönlichkeitsschutzgründen machen wir dazu keine näheren Angaben», so die Mediensprecherin.

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