Solothurn
Die Enten haben den Segetzweiher wieder entdeckt

Nach der Trockenperiode vom letzten Jahr, kommt wieder Leben in den Segetzweiher in der Solothurner Weststadt. Die Wasserschwertlilien breiten sich erheblich aus - das gefällt nicht allen Anwohnern.

Michael Hugentobler
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Der Segetzweiher macht dank dem normalisierten Wasserstand wieder einen idyllischen Eindruck.

Der Segetzweiher macht dank dem normalisierten Wasserstand wieder einen idyllischen Eindruck.

Michael Hugentobler

Montagmorgen an der Segetzstrasse hinter dem Westbahnhof: Im Quartierteich schnattern Enten und paddeln vor sich hin. Am Morgen fliegen die Tiere jeweils von der Aare heran, verbringen den Tag hier und fliegen am Abend zurück zum Fluss. «Es sieht schön aus, wenn zwei oder drei Enten zusammen abheben», sagt eine Anwohnerin.

Jetzt im Herbst ist der Teich mit den goldenen Blättern der angrenzenden Bäume umrahmt. Im hinteren Teil des Teiches verwelken Wasserschwertlilien. Die Lilien wurden vor einigen Jahren gepflanzt und haben sich inzwischen erheblich ausgebreitet.

Dieses Idyll passt aber nicht allen Bewohnern an der Segetzstrasse. «Die Pflanzen nehmen überhand», sagen einige Anwohnerinnen, die nicht namentlich genannt werden wollen. Der Segetzweiher sei inzwischen praktisch überwachsen von den Lilien. «Mit der Zeit wird man kein Wasser mehr sehen können», befürchten sie. Gegen den Teich hätten sie zwar grundsätzlich nichts, es sei bloss schade, wenn er verwildere.

Lilien wären leicht zu entfernen

Verantwortlich für die Pflege des Teiches ist Fritz Zwygart. Er mäht den Rasen rund um den Teich, wischt das Laub und stutzt die Hecken. Laut Zwygart hätten sich die Lilien unvorhergesehen rasch ausgebreitet. «Das war nicht Absicht», sagt er. Allerdings seien die Lilien noch weit davon entfernt, den ganzen Teich zu überwachsen. «Es wäre einfach, die Pflanzen auszureissen und zu entsorgen.» Im Frühling würden sie wieder gelb und blau blühen und das sei schön anzuschauen.

Der Quartierteich ist Teil der Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft an der Segetzstrasse 10. Verwaltet werden Gebäude und Grundstück von der BDO Visura Solothurn. «Die Stockwerkeigentürmer haben gemeinsam über die Zukunft des Teiches zu entscheiden», sagt Gabriela Burki, stellvertretende Verantwortliche bei BDO Visura. Die Stadt sei für eine Kostenbeteiligung angefragt worden, um den Teich zu sanieren. Die definitive Entscheidung falle an der nächsten Versammlung der Stockwerkeigentümer im März 2013.

Traurige Vergangenheit des Teichs

Letztes Jahr schwang in der Diskussion rund um den Segetzweiher noch eine weitaus tragischere Note mit. Die damalige Trockenheit liess den Teich austrocknen, die Goldfische verendeten und die Enten und Gänse, die den Teich bewohnten, wurden für die Stadtfüchse zu leichter Beute. Seither lebten im Segetzteich keine Tiere mehr. Bis die Aare-Enten vor zwei Monaten den Teich entdeckten und nun dort ihre Tage verbringen.

Sowohl die Wasserschwertlilien als auch die Enten scheinen aber nur einer geringen Zahl von Bewohnern ein Dorn im Auge zu sein. Während einer kurzen Umfrage bei Passanten rund um den Teich findet sich niemand, der sich stören würde. Eine ältere Frau sagt: «Ich finde es schön, dass die Natur zurück kommt und den Weiher belebt.»

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