Energie
«Die Energiewende ist mit diesem Projekt definitiv in Solothurn angekommen»

Am Dienstag stellte das Energieunternehmen Regio Energie ihr neuestes Projekt vor. Dabei wird überflüssiger Strom so umgewandelt, dass er für andere Energieträger nutzbar wird. Eine Anlage soll auf der Areal der Aarmatt in Zuchwil entstehen.

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«Damit ist die Energiewende definitiv in Solothurn angekommen», ist Felix Strässle, Direktor der Regio Energie überzeugt.

«Damit ist die Energiewende definitiv in Solothurn angekommen», ist Felix Strässle, Direktor der Regio Energie überzeugt.

Zur Verfügung gestellt

Im Dezember 2010 startete das Energieunternehmen Regio Energie ein Projekt, das den Bau einer Heizzentrale auf dem Areal der Aarmatt in Zuchwil vorsieht. Diese Energieanlage auf dem Grundstück der Regio Energie soll das Fernwärmenetz bezüglich Versorgungssicherheit unterstützen. Das Projekt wurde 2012 genehmigt, am 21. Mai 2013 beginnen nun die Bauarbeiten.

Zuviel produzierter Strom umwandeln

«Angesichts dieses Bauvorhaben hat man beschlossen einen Schritt weiter zu gehen», so die Regio Energie in ihrer Mitteilung. Da am gleichen Standort sich nun drei Energienetze treffen sei ein Konzept für eine integrierte Energieanlage entstanden mit Heizzentrale, Wärmespeicher, Blockkraftheizwerken, Elektrolyseur und Wasserstoff-Speicher. Damit soll zuviel produzierter Strom umgewandelt werden um für andere Energieträger nutzbar zu sein.

So funktioniert das «Hybridwerk»:

Am Anfang des Projektes stand der Bedarf an zusätzlicher Heizwärme, die das vorhandene Fernwärmenetz mit dem Wärmelieferant KEBAG stützen soll und der Versorgungssicherheit dient. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung der drei am gleichen Standort verfügbaren Energienetze ist ein Konzept für eine integrierte Energieanlage entstanden mit Heizzentrale und Wärmespeicher, Blockheizkraftwerken, Elektrolyseur und Wasserstoff-Speicher.

Während die Heizzentrale mit Gas befeuert wird, werden die späteren dazu geschalteten Anlagen eine innovative Systemlösung forcieren, bei der die drei Energienetze zusammengeschlossen sind. Dabei steht im Zentrum, dass bei der elektrischen Energie immer so viel produziert werden muss wie gerade verbraucht wird. Zuviel produzierter Strom soll in einem andern Energieträger welche besser speicherbar ist transformiert werden. Fällt beispielsweise dereinst zuviel erneuerbarer Strom an, kann dieser in Gas umgewandelt werden, das wiederum als Treibstoff für die Mobilität oder als Brennstoff zur Produktion von Wärme eingesetzt werden kann. Das Gas-und Wärmenetz entwickelt sich so zum Speicher von überschüssigem Strom und hilft damit die unregelmässig anfallende Stromproduktion aus erneuerbaren Energien zu glätten. (mgt)

So funktioniert das Hybridwerk

So funktioniert das Hybridwerk

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So könne beispielsweise zu viel erneuerbarer Strom in synthetisches Gas umgewandelt werden, welches wiederum als Treibstoff für Autos oder Brennstoff für Komfort-Wärme genutzt werden kann. Auf diese Weise lasse sich zum Beispiel im Sommer produzierte Energie ins Winterhalbjahr verschieben. Die Erstellung der geplanten Energieanlage «Hybridwerk» soll «schrittweise erfolgen» und werde sich «über mehrere Jahre hinziehen».

Handfeste Absichtserklärung

«Die neue Energieanlage auf der Aarmatt ist mehr als nur eine Investition in die Zukunft», ist die Regio Energie überzeugt. Es sei eine «handfeste Absichtserklärung, die Energiewende aktiv mitgestalten zu wollen.»

Dazu Felix Strässle, Direktor Regio Energie Solothurn: «Das «Hybridwerk» wird wertvolle Impulse und Erfahrungswerte für technologische Entwicklungen und für den Aufbau neuer Geschäftsmodelle liefern. Mit diesen Schritten festigen wir die Position als eines der führenden Energieversorgungsunternehmen nahe beim Endkunden und erhalten Arbeitsplätze. Die Energiewende ist mit diesem innovativen Projekt definitiv in Solothurn angekommen.» (mru)

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