Solothurn

Die Einsiedlerin soll wirkungsvoll entlastet werden

Schwester Benedikta kam an den Rand der Belastbarkeit. (Archiv)

Schwester Benedikta kam an den Rand der Belastbarkeit. (Archiv)

Zur Entlastung von Schwester Benedikta soll ein Teil ihrer bisherigen Aufgaben von einem anderen Mitarbeiter übernommen werden, schlägt eine Arbeitsgruppe vor. Der Solothurner Bürgerrat lässt bis Ende Jahr einen detaillierten Antrag ausarbeiten.

Stetig steigende Besucherströme haben der Einsiedelei einen grossen Teil der Beschaulichkeit und Stille genommen und die Einsiedlerin Schwester Benedikta an den Rand ihrer Belastbarkeit geführt, sogar ihre Gesundheit gefährdet.

In Bürgerratskreisen war klar: Es muss schnell gehandelt werden. Die vom Bürgerrat Anfang Juni eingesetzte Arbeitsgruppe ergriff zwei Sofortmassnahmen: Ein Mitarbeiter des Forstbetriebs steht wöchentlich anderthalb Stunden im Einsatz, und es werden vorerst keine neuen Anlässe bewilligt. Die Kapellen bleiben Montag und Dienstag geschlossen.

Verenaschlucht: Keine Einsamkeit für Einsiedlerin

Keine Einsamkeit für Einsiedlerin

Die Eremitin Schwester Benedikta wurde unfreiwillig zu einer Berühmtheit. Das grosse Interesse freut sie zwar, bedeutet aber auch mehr Stress für die friedliebende Geistige.

Mitarbeiter Einsiedelei-Verenaschlucht

Zur dauerhaften Entflechtung von weltlichen und spirituellen Aufgaben in der Einsiedelei soll in Absprache mit der Einsiedlerin, dem Forstbetrieb und der Stiftung Solodaris ein «Mitarbeiter Einsiedelei-Verena­schlucht» mit folgenden Aufgaben angestellt werden: Reinigung des Geländes und des Schluchtweges, Hauswartarbeiten in den Kapellen (inklusive Bereitstellen von Kerzen, Karten und Prospekten), Betreuung von Anlässen, Pflege des Barockgartens und der Wiesen, Aufsicht an stark frequentierten Tagen, Kontrollgänge und Aufräumen beim Brätliplatz Fröschliweiher im Waldpark Wengistein. Der neue Mitarbeiter soll bei einem Stundenlohn von rund 25 Franken privatrechtlich angestellt werden.

Anhand des Aufgabenkataloges geht die Arbeitsgruppe von einem Pensum von drei Stunden pro Tag von Mittwoch bis Sonntag aus. Der Einsiedlerin obliegen die Aufsicht, die Betreuung und die Vertretung wie auch die Reinigung der Paramente in den Kapellen.

Satanisten belästigen Schwester in der Verenaschlucht

Das auch noch: Satanisten belästigen Schwester in der Verenaschlucht (November 2014).

Zur Finanzierung des zusätzlichen Aufwandes wird vorgeschlagen, die Preise für Andachten auf zweihundert, für Taufen auf vierhundert und für Hochzeiten auf sechshundert Franken festzusetzen. Ferner sollen Solothurn Tourismus und die Gesellschaft der Einsiedelei zu einem Gespräch eingeladen werden mit dem Ziel einer Erhöhung der Abgaben pro Führung und diese auf die Zeit zwischen Mittwochnachmittag bis Sonntag zu beschränken.

Der Bürgerrat nahm zwar die Vorschläge zustimmend zur Kenntnis, verlangt aber bis Ende Jahr einen detaillierteren, auf ersten Erfahrungen beruhenden Antrag.

Finanzplan 2016/19

Vor vier Jahren hat der Bürgerrat entschieden, das Waldstück „Tüfelsburg“ der daran interessierten Bürgergemeinde Rüti bei Büren zu verkaufen - falls ein fairer Preis erzielt werde. Nachdem noch keine Einigung erreicht werden konnte, beantragte die Forstkommission, den Verkaufsbeschluss vom 29. August 2013 aufzuheben.

Der Bürgerrat folgte der Argumentation der Kommission, dass es sich bei dieser Waldfläche um eine der wertvollsten der Bürgergemeinde handle. Er stimmte dem Antrag zu, will ihn aber erst Ende September wirksam werden lassen, um der Kaufinteressentin noch etwas Frist einzuräumen. Dannzumal würde dieser Verkauf auch aus dem Finanzplan fallen. Dort verbleiben unter geplanten und möglichen Desinvestitionen für das Jahr 2016 die Verkäufe des Chantierareals und von Wald für das Reservoir Königshof, die zusammen etwas über 600‘000 Franken bringen sollen.

Noch offen hinsichtlich Termin und Erlös bleiben der Verkauf von Bauland in der Brunnmatte und die Nutzung von „Bellach Ost“, man rechnet aber mit Nettoerlösen von rund 3,5 Mio. Franken. Unbestimmt sind die Geschäfte bezüglich Spitzallmend so wie Thüringen- und Schwallerhaus. Die vorgesehenen Desinvestitionen reichen somit nicht aus, um per 2019 die von der Finanzkommission langfristig vorgesehene Tilgung der Schulden auf den Stand von 2011 zu erreichen.

Nichtsdestotrotz meinte Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger, es sei angesichts des moderaten Aufwandüberschusses ein recht akzeptabler Finanzplan. Finanzverwalter Claude Tschanz doppelte nach, indem er auf die bis 2019 ungefährdete Liquidität - die Luft zum Atmen -! hinwies. Der Bürgerrat akzeptierte den Finanzplan 2016-2019 einstimmig.

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