«Jetzt fehlt uns noch das rote Tenü», findet Monika Krämer und schmunzelt. Doch der Feinschliff in Sachen Erscheinungsbild ist noch die kleinste Pendenz auf der langen Liste, die sie und ihr Mann und Geschäftspartner Benno Krämer abzuarbeiten haben. Noch gestern wurde in den CIS-Sporthallen emsig Sport getrieben. Doch schon in einer Woche ist selbenorts für die Organisatoren wieder emsiger Messebetrieb angesagt – mit ebenso sportlichem Elan. Zum neunten Mal nämlich geht von 26. Februar bis 1. März im und beim Sportzentrum die Fachmesse über die Bühne, deren Name schon den Inhalt verrät – «Eigenheim.2015»

Auf über 6000 Quadratmetern in vier Hallen und auf einem Aussengelände bieten rund 160 Aussteller von der Baufinanzierung bis zur Gartendeko alles, was einem künftigen oder gestandenen Bauherrn bei der grossen, vielleicht allergrössten Entscheidung seines Lebens helfen soll: Wie baue oder saniere ich ein Haus? Dabei stellt Benno Krämer fest, dass gerade die Sanierung gegenüber dem «Häuslebau» weiter an Land gewinne. Und: «Vier Fünftel aller Schweizer Gebäude sind älter als 25 Jahre, somit drängt sich der Sanierungsaspekt auf.» Auch am generierten Umsatz gemessen gebe es mehr bauliche Aktivitäten bei sanierungsbedürftigen Objekten als bei Neubauten.

Messe reflektiert den Wandel

Auf diese, aber ebenso auf andere Entwicklungen will man auch heuer reagieren. Dies äussert sich im bunten Angebotsfächer der Aussteller sowie in den Fachpräsentationen im Rahmenprogramm. Zum einen sind es die politischen Entwicklungen. Ein Beispiel: Das im November vom Volk beschlossene Verbot von Elektroheizungen kann im Einzelfall einen Sanierungsbedarf nach sich ziehen. Ebenso könnte der Eigenheimbesitzer künftig mit neuen Richtlinien konfrontiert werden, beispielsweise mit einer Gesetzgebung, die auf dem «Muken»-Entwurf (Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich; siehe gestrige Ausgabe) aufbaut. Als Partner haben Krämers auch wieder die kantonale Energiefachstelle ins Boot geholt. Grundsätzlich prägen Schlagworte wie Minergie oder Passivhaus, aber auch Einbruchssicherheit das Programm der Fachpräsentationen.

Vor allem aber reflektiert das Angebot der Eigenheim-Messe die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Sachen Wohneigentum. Negativzinsen, die zurzeit die Besitzer eines Sparkontos beschäftigen, kommen der Baubranche entgegen. «Immobilien sind ein interessantes Vehikel als Geldanlage und zum Werterhalt», so Benno Krämer. Als Kehrseite nennt er aber den grassierenden Einkaufstourismus, der auch beim Bauen seine Spuren hinterlasse.

Deshalb verfolge man die Strategie der regionalen bis nationalen Wertschöpfung: «Wir haben gegenüber dem ansässigen Gewerbe eine Verantwortung», sagt Krämer und unterstreicht diese Haltung dadurch, dass die Messerealisierung selbst auf regionale Kräfte baut. Ausserdem stammen drei Viertel der 160 Aussteller selbst aus der Region. «Eine Messefamilie» nennen die beiden das Ensemble der mehrheitlich treu wiederkehrenden Standpartner. Und so sind aus Sicht des Messeteams gerade auch die Vernetzungen zwischen den Ausstellern – Business-to-Business-Kontakte – äusserst wichtig.

Ansturm besser verteilen

«Wir platzen nicht aus allen Nähten, sondern aus allen Fugen», resümiert Benno Krämer die bis auf den letzten Quadratmeter ausgefüllte Messefläche. Und so ziehen die Krämers im Kleinen symbolisch die gleichen Schlüsse, wie es die Raumplanung im Grossen tut: Verdichtung und Ausbau nach oben. Neu im Angebot ist ein mobiler Messeturm, der für das Rahmenprogramm vorgesehen ist. Dadurch habe man im eigentlichen Ausstellungsbereich Platz gespart. Optimiert haben Krämer auch die Eintrittspreise. So gilt am Donnerstag und Freitag halber Tarif, um den Ansturm am Wochenende besser auf sämtliche Messetage zu verteilen. «Damit wird der Anlass für die Besucher attraktiver – und letztlich auch für künftige Aussteller», sagt Benno Krämer.

Eine Platz- und Geldfrage wäre im Übrigen die «Grüne Oase», die zuletzt 2012 einen Blickfang in Sachen Gartenbau bot. Diese wird auch heuer nicht möglich sein: «Damit wir so etwas wieder auf die Beine stellen können, brauchen wir die richtigen Partner wie damals ‹Jardin Suisse›» sowie – ergänzt er– den Platz. Schon länger auf Krämers Wunschzettel wäre ohnehin eine Event- und Messehalle für Solothurn. Diese liesse sich gut mit allerlei Grossveranstaltungen auslasten, findet Benno Krämer. Zum Vergleich: Die Eigenheim-Messe hätte nach seiner Einschätzung in der bestehenden Reithalle rund zehn Mal Platz. Gegenwärtig sei und bleibe damit das Sportzentrum CIS trotz Maximalauslastung der beste Ort.

Zukunftsorientiertes Team

Für die neunte Ausgabe optimiert wurde auch die Kommunikation. Neu wird die Eigenheim-Messe durch ein App für iPhone und Android bereichert. Damit lässt sich unter anderem aus der Vielzahl an Angeboten und Ständen einen Besuch termingerecht organisieren. Oder man erhält Push-Nachrichten zum Rahmenprogramm. Und in Sachen Weiterentwicklung ist für Krämers auch bei der neunten Durchführung nicht Schluss: «Wir machen uns schon jetzt über das ‹Zehnte›, also die Jubiläumsmesse, Gedanken.» Doch noch dieses Jahr wird den beiden weiterer sportlicher Effort abverlangt: Krämers Firma zeichnet auch verantwortlich für das Bewegungs-Projekt slowUp Solothurn-Buechibärg.