Mausefalle
Die Dornröschen-Inszenierung begeistert Jung und Alt

Die Bühnenversion des Märchens «Dornröschen» von Marie-Jeanne Traut begeistert die Kinder und amüsiert die Erwachsenen.

Helmuth Zipperlen
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Lukas Rhiner als Prinz Florimund macht sich daran, Maleewan Drieghe als Prinzessin Aurora wachzuküssen

Lukas Rhiner als Prinz Florimund macht sich daran, Maleewan Drieghe als Prinzessin Aurora wachzuküssen

zvg

Der Stoff um eine schlafende Prinzessin ist seit der Aufnahme in die Märchensammlung der Gebrüder Grimm 1812 zum Allgemeingut geworden. Zahlreiche Bühnen-, Film- und Fernsehversionen zeugen von der Beliebtheit der Geschichte und deren Inspirationskraft. So verwundert es denn nicht, dass bereits die Premiere in der Mausefalle total ausverkauft war. Vor der Bühne sind zahlreiche Kissen ausgelegt, so dass die Kinder ganz nah das Geschehen verfolgen können und ab und zu auch von der Bühne her angesprochen werden. So lernen sie spielend, dass im Theater das Publikum Teil der Vorstellung ist.

Abschied von den Kindern

Ein ungeschriebenes Theatergesetz besagt, dass sich Bühnenpersonen nicht in Kostüm und Maske unters Publikum mischen sollen. Das Team der Mausefalle weicht bewusst davon ab, wenn es sich nach Stückende im Foyer den Kindern präsentiert und sich so verabschiedet. Da leuchten nochmals die Kinderaugen auf, wenn sie den zuvor auf der Bühne agierenden Figuren leibhaftig gegenüberstehen und die bunten Kostüme (Mireille Membrez, Marie-Jeanne Traut) bewundern oder gar anfassen dürfen. So kindgerecht ist die ganze Inszenierung von Christoph Stapfer und Marie-Jeanne Traut.

Als wir Julia (6) und Felix (5) in der Pause fragten, was ihnen bis jetzt am besten gefallen habe, antworteten sie übereinstimmend, der Beginn des Stückes. Die beiden Wächter Senti (Silvan Andraschko) und Gart (Johnny Sollberger) hatten vom langen Wachestehen Hunger und über die Geräusche wurde das Bauchgrimmen eingespielt. Mit ihrem Spiel und ihrer ganzen Haltung zogen sie die Kinder in ihren Bann.

Die Freude am Zuschauen

Die achtjährige Elenya gab an, dass ihr die Rosen am besten gefallen haben. Sie spielt damit auf das rosenverzierte Dekor (F. Glutz, M. Maspero, L. Schütz) an und nach den Personen gefragt, sind bei ihr der König (Nico Barth) und die Königin (Zora Drieghe-Heller) die Favoriten. Neben dem gekonnt königlichen Spiel dürften dabei die schönen Kostüme eine Rolle spielen. Prinzessin Aurora (Maleewan Drieghe) trat erst nach der Pause auf.

Im Hintergrund stets Klänge aus der Ballettmusik von P.I. Tschaikowsky. An Balletttänzerinnen erinnerten die sieben Feen (Nadine Krieg, Anne-Catherine Kramis, Samira Oulouda, Jana Zimmermann, Léonie Schütz, Tanja Krieg, Mireille Membrez und Nina Spiegel, wobei die Fee Iolita doppelt besetzt ist), die in lockeren Gewändern in sieben Farben leichtfüssig über die Bühne schwebten.

Zum relativ bescheidenen Hofstaat gehören noch der Minister (doppelt besetzt mit Patrick Gerster und Remo Streit), der letztlich die Einladung an die Feen vermasselt, so dass aus der siebten guten Fee eine böse wird, der Koch Guschtaio (doppelt besetzt mit Daniel Tschumi und Gregor Wild), der schon schläft, bevor der hundertjährige Schlaf beginnt, die Amme Natalia (Sofia Meszaros), welche die aufgeregten Gemüter beruhigt. Lukas Rhiner hat eine Doppelrolle. Mit wallendem Bart spielt er zuerst den Götti der Prinzessin und nach der Pause den schmucken Prinz Florimund, der die angenehme Pflicht hat, Dornröschen (hier Prinzessin Aurora) wach zu küssen.

Mit viel Liebe zum Detail wurden die verschiedenen Schauplätze gestaltet, so dass die Technik (Vico Heller, Christoph Stapfer) mit dem Timing von Licht und Geräuschen gefordert ist.

Weitere Aufführungen : Samstag/Sonntag 11./12. März, Samstag/Sonntag 18./19. März, Samstag/Sonntag, 25./26. März und Sonntag, 2. April je 15 Uhr.

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