Sportzentrum
Die CIS-Muttergesellschaft steht vor dem Abgrund

Die Dinett Holding AG als Besitzerin der CIS Solothurn AG befindet sich im Konkursverfahren. Was bedeutet dies fürs CIS?

Andreas Kaufmann
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Das CIS-Sportzentrum Solothurn.

Das CIS-Sportzentrum Solothurn.

Andreas Kaufmann

Die Nachricht könnte eine baldige Wende im CIS-Debakel herbeiführen – vielleicht aber auch eine Erschütterung: Wie die «Berner Zeitung» berichtete, wurde über die Dinett Holding AG, die in Gunten BE beheimatete Muttergesellschaft der CIS Solothurn AG, im Juli der Konkurs eröffnet. Im Moment handle es sich bloss um eine vorläufige Konkursanzeige, weil weitere Abklärungen für das weitere Verfahren vonnöten seien.

Dennoch könnte die Ankündigung auch für die hiesige Tochtergesellschaft CIS Auswirkungen haben. Denn schon im Mai 2014 stand Dinett kurz vor dem finanziellen Aus: Die AEK Bank 1826 Thun hatte der Holding nach einer entsprechenden Überschuldung ihre Kredite in der Gesamtsumme von 20 Mio. Franken gekündigt.

Nach dem Versprechen seitens Dinett, unter anderem die CIS zu verkaufen, um neue liquide Mittel zu mobilisieren, lenkte die Hausbank damals ein und gewährte wieder Kredite. Nur: Verkauft wurde die CIS dennoch bis heute nicht, obwohl Antoine Bonvin als Gesamt-Verwaltungsratspräsident der Dinett Holding die Öffentlichkeit lange Zeit auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet hatte.

Was geschieht mit dem CIS?

Die Geschichte scheint sich nun zu wiederholen, eventuell auch beim Sportzentrum. Dem Vernehmen nach hat die AEK auf das Baurecht der CIS-Sporthalle eine Hypothek in der Höhe von vier Millionen gewährt. Und sichtbar und spürbar wird das Debakel an der Bausubstanz selbst. Bekanntlich wurden seitens CIS für den Sportbetrieb nötige Instandstellungen der Anlage grossmehrheitlich vernachlässigt.

Es bleiben Fragen: Wird derzeit seitens Verwaltungsrat wieder darüber nachgedacht, die CIS Solothurn AG aus dem Dinett-Geflecht herauszulösen und zu verkaufen? CIS-Verwaltungsrat Glenn Proellochs steht dem Verwaltungsratspräsident Antoine Bonvin zur Seite und fungiert selbst als Kommunikator gegen aussen. Auf die Anfrage dieser Zeitung gab es aber von seiner Seite keine Reaktion. Unbeantwortet bleibt deshalb auch das weitere Schicksal der Sporthallen.

Auch Stadtpräsident Kurt Fluri erfuhr von der Konkursmeldung: «Doch erstens ist die Konkursanzeige vorläufig, und zweitens bedeutet ein Konkurs der Muttergesellschaft – abhängig von den Eigentumsverhältnissen – nicht gleichzeitig auch ein Konkurs der Tochtergesellschaften.»

Würde das CIS nun auch mit in den Konkurs gerissen werden, so hätte die Aufrechterhaltung des Betriebs höchste Priorität, betont Fluri. Dann nämlich hätte das Konkursamt die Kompetenz, Aktiven und Passiven der CIS zu bewirtschaften und könnte auch in die Wege leiten, dass der Betrieb weitergeführt wird. Denn: «Es darf nicht sein, dass das CIS längere Zeit geschlossen bleibt», so Fluri.

Heimfall? Lieber nicht ...

Den vorzeitigen Heimfall, also die Rückgabe des Baurechts an die Stadt, will man seitens Stadt nicht forcieren, ergänzt Fluri. Zum vorzeitigen Heimfall könnte es kommen, wenn die CIS Solothurn AG als Baurechtsnehmerin ihre Pflichten grob vernachlässigt, also beispielsweise die Anlagen mangelhaft unterhält. Nach Ansicht vieler Nutzer wäre dieser Tatbestand längstens erfüllt. Nur: «Bei einem vorzeitigen Heimfall würde die Hypothekarlast in Form von Drittschulden auf die Stadt als Landeigentümerin zurückfallen», sagt Fluri. «Dieses Risiko wollen wir aber nicht eingehen.»

Vorher wolle man auf alle Fälle Klarheit über die vorhandenen Schulden: «Wir haben die CIS Solothurn AG bereits angefragt, ihre Hausbank vom Bankgeheimnis zu entbinden», informiert Fluri aus dem laufenden Arbeitsprozess. Doch seitens CIS ist zu vernehmen, was auch schon in der Vergangenheit zu vernehmen war: nämlich gar nichts. «Aus dem Verwaltungsrat haben wir gar keine Antwort auf diese Frage bekommen», so Fluri.