Mit Hochdruck arbeitet Stephan Marti zurzeit an der Einrichtung seiner Cafébar Barock, die Ende November am Landhausquai eröffnet werden soll. Zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Jasmine Mattle beabsichtigt er, dem Namen des Lokals auch das optische Konzept folgen zu lassen: «Damit gehen wir auch auf den Ursprung des Baus zurück», sagt Marti und deutet auf die freigelegte uralte Steinmauer. Beim Abspitzen sei auch ein uralter Torbogen zum Vorschein gekommen.

60 Innensitzplätze

Gute Startbedingungen, die sich nun nach dem «Aushöhlen» des ehemaligen Musikgeschäfts «Tribe» ergeben haben, um kulinarisch fortzufahren. «Natürlich hat ein Plattenladen ganz andere Bedürfnisse als wir», sagt Marti. Neben der alten Sichtmauer werden ein Holzboden und antike Einrichtungsgegenstände, Vorhänge oder Dekoelemente den barocken Anstrich abrunden: «Optisch herausgeputzt und doch niederschwellig», lautet seine Devise.

60 Innensitzplätze sowie Aussensitzplätze in zwei Reihen wird der Betrieb umfassen. Zum Servicepersonal sollen dereinst drei weitere Festangestellte sowie zwei Angestellte im Stundenlohn gehören.

Café in allen Variationen

Auch schon jetzt verrät Marti, womit man sich in der Cafébar Barock wird verpflegen können: So steht Kaffee in all seinen Ausprägungen auf der Karte. Für zwischendurch sollen warme und kalte Snacks aus der kleinen Küche das Angebot abrunden: «Aber wir werden kein Restaurant im eigentlichen Sinne führen, dazu hat niemand von uns eine Kochausbildung», verdeutlicht der gelernte Elektromonteur und Sozialpädagoge mit anschliessend abgeschlossener Barfachschule und Wirteprüfung.

Hingegen kann sich Marti gut vorstellen, mit kleineren saisonalen Angeboten wie einer Kürbissuppe im Herbst oder einem Fitnessteller im Sommer bei der Kundschaft zu punkten.

Glutenfreies Bier

Grossen Wert legt Marti auch auf Qualität und Nachhaltigkeit: «Gerade beim Kaffee werden wir das Niveau hoch ansetzen, ohne die Preise in die Höhe zu schrauben.» Wo möglich, werden laut Marti regionale Produkte zum Einsatz kommen. Besonders Wert legt er ausserdem auf glutenfreie Produkte und folgt damit dem Bedürfnis zöliakiebetroffener Menschen, sich bedenkenlos auswärts zu verpflegen.

Beispielsweise mit Bier: «Ich kenne keinen Gastrobetrieb, der glutenfreies Bier anbietet», sagt Marti, der die Ausnahme bilden will. Der Anspruch nach Qualität und Nachhaltigkeit soll auch vor der Einrichtung nicht haltmachen: LED-Beleuchtung, Wärmerückgewinnung und weitere ökologische Massnahmen will er ebenfalls umsetzen.

«Cafébar Barock » ist nicht gleich «Barockcafé»

Nicht zu verwechseln ist die « Cafébar Barock » mit einem Projekt mit ähnlichem Arbeitstitel: Das sogenannte «Barockcafé» von Initiantin Ursina Steinbeck ist eine im Entstehen begriffene Idee für ein nostalgisches Lokal, das ehrenamtlich betrieben werden soll.

Auch dort steht das barocke Ambiente im Zentrum, das zusätzlich mit Musik aus jener Zeit und thematisch passenden Veranstaltungen abgerundet wird. Zwar standen Stephan Marti und Ursina Steinbeck in Kontakt (nicht zuletzt wegen einer möglichen Namensverwechslung), eine Zusammenarbeit wurde aber nicht aufgegleist. So befindet sich das als Verein organisierte «Barockcafé» immer noch auf Lokalsuche.