Neue Geschäfte und Restaurants beleben das Sorgenkind Berntorstrasse in der Vorstadt. Nun soli die positive Entwicklung mit dem Rückbau des Strassenraumes optimiert werden. Doch dagegen steht der Busbetrieb Region Solothurn BSU, dessen bis zu 450 Linienbusse täglich in der Berntorstrasse weiterhin die Möglichkeit zum Kreuzen haben sollen.

«Verkehrsfreier Strassenraum ist Lebensraum», wehren sich 14 Anstösserparteien in einem Schreiben ans Stadtbauamt für einen fussgängerfreundlichere Berntorstrasse. So bemängeln sie, dass anstelle eines breiteren Fussgängerbereichs weiterhin die Busse die Berntorstrasse dominieren würden.

Kein Platz für Läden und Restaurants

«Die schwächeren Verkehrsteilnehmerwerden werden buchstäblich an den Rand gedrückt; die Läden und Restaurants haben keinen Platz, um mal ein Tischchen oder eine Bank aufs Trottoir zu stellen», meinen die Verfasser des Schreibens weiter.

Rolf Trechsel, der zusammen mit seinem Partner Christian Stampfli aktuell das ehemalige «Berntor» zum Bed-and-Breakfast-Hotel Roter Ochsen umbaut, findet, der BSU könne auch «ein kleines Opfer bringen. Schliesslich geht es lediglich um 20 oder 30 Sekunden.» Der initiative Geschäftsmann betont: «Es tut sich einiges an der Berntorstrasse. Ich sehe die Chance, das sie ein Eigenleben erhält.»

BSU will zwingend kreuzen

Der Abschnitt zwischen Dornacherplatz und Wengibrücke sei «eine wichtige Verkehrsachse für den BSU: Es sind rund 450 Busse, welche diesen Abschnitt täglich befahren», meint die stv. Kommunikationsverantwortliche des BSU, Christine Schulz-Dübi. Relevant seien dabei die sogenannten Begegnungsfälle, das heisst, die Situationen, in denen die Busse sich kreuzen. «Das sind bis zu zehn Begegnungsfälle Bus-Bus pro Stunde.

Daneben gibt es weitere, etwa mit Lieferwagen», hält die BSU-Informationsstelle fest. Und weiter: «Eine Abweichung vom heutigen Zustand hätte massive Folgen für uns: Wenn der Engpass ausgedehnt würde und ein Kreuzen der Busse auf einer längeren Strecke nicht mehr möglich wäre, müsste eine Lichtsignalregelung installiert werden. Dies führt zu Fahrzeitverlusten, die besonders relevant sind, da die Anschlüsse am Bahnhof gewährleistet werden müssen.»

Stadt favorisiert Kreuzen

«Noch ist nichts entschieden», erklärt dazu Andrea Lenggenhager, als Leiterin Stadtbauamt erste Empfängerin des Anstösser-Briefes. «Wir werden mit den Anwohnern nochmals reden», verhehlt sie aber nicht, dass von zwei Projektvarianten des Strassenrückbaus jene favorisiert ist, die das Kreuzen der Busse zulässt - und nicht jene, die für den BSU ein Einbahnregime vorsehen würde.

Die Berntorstrasse selbst sei sehr eng, «dort ist die Vorstadt gebaut.» Auch mit einer schmaleren Fahrspur für nur einen Bus entstehe links und rechts davon kaum genügend Platz, um Tische, Stühle und natürlich noch den Fussgängerverkehr aufzunehmen.

Lenggenhagers wichtigster Grund jedoch, das Kreuzen der Busse weiterhin zu ermöglichen: «Andernfalls müssten wir beim Rossmarktplatz eine Lichtsignalanlage installieren, wo die Busse, aber auch der sonstige Verkehr auf die Freigabe der Berntorstrasse wartet.

Und das ist auch nicht sonderlich attraktiv.» Die StrassenrückbauProjekte werden als erstes im Bereich Dornacherplatz - Rossmarktplatz nächstes Jahr, die zweite Tranche im Bereich Berntorstrasse - Unterer und Oberer Winkel 2014 und oder 2015 realisiert werden..