Die Arbeitsgruppe besteht aus dem Bürgergemeindepräsidenten Sergio Wyniger, dem Forstkommissionspräsidenten Matthias Wälti und dem Forstbetriebsleiter Gian-Andrea Lombris. Ihre Aufgabe ist es, die Position der Bürgergemeinde zu Energiefragen zu formulieren. Dabei sei davon auszugehen, dass sie weiterhin Energieholz liefert und weitere Absatzmöglichkeiten zu finden wären. Sergio Wyniger berichtete dem Rat zusammenfassend über die Arbeiten der vergangenen drei Jahre.

Vorteile einer Holzschnitzelheizung sind die Verwendung eines einheimischen, erneuerbaren Rohstoffs, der klimaneutral ist und weniger Preisschwankungen unterliegt als Öl oder Gas. Dem stehen als Nachteile die Investitionskosten, der Platzbedarf für die Schnitzellagerung und deren Anlieferung sowie gewisse Emissionen gegenüber. Sie hat zudem Grenzen nach unten: bei Neubauten etwa mit geringem Wärmebedarf und kleinen Anlagen unter 300 Kilowattstunden. Daraus folgt, dass es nach wie vor schwierig ist, potenzielle Kunden von einer Holzschnitzelheizung zu überzeugen. Ins Gewicht fällt zudem, dass Industriegebäude interessanter sind als Wohngebäude. Die AG Energie stellte weiter fest:

Holzschnitzelheizungen kommen hauptsächlich für Fernwärmeverbunde infrage und wenn sie auf der grünen Wiese gebaut werden können. Häufig stehen sie auch in Konkurrenz mit anderen Fernwärmeangeboten.

Nicht immer wirtschaftlich

Gleich nach ihrer Einsetzung 2015 ist die AG Energie mit der Hotel Weissenstein AG in Verhandlungen getreten, die in die jetzige Lösung, einem Wärmeliefervertrag, mündeten. Die Wärme wird in einer Heizung beim Sennhaus mittels Schnitzeln aus dem Bürgerwald erzeugt. Andere Projekte erwiesen sich, zumeist aus wirtschaftlichen Gründen, als nicht realisierbar. Dazu zählen die Überbauung Spitzallmend in Bellach, das Chantierareal und ein Wärmeverbund Schafweidli sowie angrenzende Grundstücke bis hin zum Neubau Coop an der Westumfahrung.

Der Einsatz einer Holzschnitzelheizung in der Überbauung Bellach Ost ist noch in Diskussion. Nicht aus den Augen gelassen wird eine Lösung für den neuen Anbau ans Alterspflegeheim St. Katharinen und die Überbauung Weitblick, wo man mit der Einwohnergemeinde und der Regio Energie im Gespräch ist. Der Bürgerrat nahm den Bericht zustimmend zur Kenntnis und erwartet in Zukunft eine etwas höhere Kadenz von Zwischenberichten.

Daran knüpfte Sergio Wyniger gleich an: «Der Bau der Holzschnitzelheizung auf dem Weissenstein ist im Plan und es kann ab 1. November Wärme geliefert werden – ob sie schon gebraucht wird, ist nicht sicher. Nach Auftauchen nicht vorhergesehener Arbeiten wird das Budget knapp.» Die Baute in der Spitzallmend geht zügig voran, die Finanzen sind im Plan, die Vermietung muss noch etwas forciert werden.

Zum Erweiterungsbau des Alters- und Pflegheims St. Katharinen ist für das kommende Jahr die Durchführung des Qualitätsverfahrens vorgesehen. Für das Thüringenhaus gibt es ausser einem Hotelprojekt noch weitere Interessenten – darüber zu berichten wäre noch zu früh, betont Wyniger. Für die «Arealentwicklung Steinbruch» wird in den nächsten Tagen der Vorprüfungsbericht des Kantons erwartet. Anschliessend soll wieder ein Runder Tisch durchgeführt werden. Der Rat verabschiedete folgende Bürgerrechtsgesuche: Karthipan Mahendran; Mozhdeh Salamat; Özlem Semiz; Mustafa Tetik.