Waldpark Wengistein

Die Bürgergemeinde muss in den Wald und die Reben investieren

Die Bürgergemeinde Solothurn steht vor grösseren Investitionen im Wald und Weingebiet. Der Bürgerrat befasste sich insbesondere mit der Zukunft des Naherholungsgebiets Wengistein, wo das Zementgeländer restauriert worden ist.

Waldfragen standen neben solchen zur Entwicklung des Weinguts im Zentrum der Verhandlungen im Bürgerrat. Zum einen betraf dies den Waldpark Wengistein, zum anderen die derzeitige ausserordentliche Situation im Wald allgemein. Für das Weingut «Domaine de Soleure» wurde ein marktorientiertes Weiterentwicklungskonzept verabschiedet.

Der Waldpark Wengistein soll saniert werden

Der Bürgerrat genehmigte das von Forstbetriebsleiter Gian-Andrea Lombris erarbeitete «Sanierungs- und Unterhaltskonzept Waldpark Wengistein» und die dafür notwendigen 305 000 Franken, verteilt auf zehn Jahre. Die Bürgergemeinde will laut ihrem Präsidenten Sergio Wyniger damit der Bevölkerung das beliebte Naherholungsgebiet erhalten. Es weist zudem die Teilanlagen wie die Verenaschlucht, Kreuzen und das Känzeli mit dem eben renovierten Geländer von hoher kulturhistorischer Bedeutung auf (vgl. Kasten).

2008 hat die Bürgergemeinde ein Parkpflegewerk erarbeitet, das vorsah, ursprüngliche Elemente zu erhalten oder wieder herzustellen. Aufgrund der hohen Investitionskosten von über einer Million Franken wurde das Projekt nicht realisiert. Alle jetzt zu ergreifenden Massnahmen sollen aber die Erkenntnisse aus dem vormaligen Projekt berücksichtigen und auch mit der Denkmalpflege abgesprochen werden. Die Sanierungsarbeiten umfassen die Sicherheitsholzerei, das Wegnetz und die Erholungseinrichtungen, die bis Mitte 2020 abgeschlossen sein sollen, die Sanierung der Weiher bis 2021. Die Kosten betragen 170'000 Franken, die Unterhaltskosten über zehn Jahre 135'000 Franken. Das Geschäft geht nun an die Bürgerversammlung, die vorab auf ihre damaligen Beschlüsse von 2008 zurückkommen muss.

Forstbetriebsleiter Lombris zeichnete ein Zustandsbild der Waldungen, das die Bürgerräte sichtlich beeindruckte. Auf der einen Seite fiel und fällt viel Holz (Wurfholz, Trockenholz, Käferholz) an, andererseits ist der Holzmarkt überflutet und die erzielbaren Preise sind auf Tiefststand. Kommt dazu, dass die Arbeit mehr wird, denn in den geschädigten Waldungen ist es aufwendiger zu arbeiten und viel Käferholz muss schnell und sicher entsorgt werden. Immerhin darf sich die Bürgergemeinde zu gut halten, schon früh mit dem Aufbau artenreicher Pflanzungen begonnen zu haben.

Weiterentwicklung des Weinguts

Der Bürgerrat befasste sich auch intensiv mit der Weiterentwicklung der Domaine de Soleure. Martin Sterki legte als Präsident der Rebkommission die dazu aufbereiteten Informationen vor. Das nun gut geheissene Konzept berücksichtigt die Tatsachen, dass sich der Weinmarkt in den letzten 15 Jahren dramatisch verändert hat. Zwar war damit begonnen worden, neue Rebsorten zu pflanzen, was aber nicht konsequent weitergeführt wurde, auch wurden kaum Ersatz- bzw. zukunftsorientierte Investitionen getätigt.

Das Konzept sieht folgende erste Etappe vor: 2020 eine neue Heizungsanlage für 110'000 Franken; neue Tankanlagen 2021 und 2022 mit 120'000 Franken und Neubepflanzungen in den Jahren 2021 bis 2023 für 50'000 Franken. Bei den Neupflanzungen wird unter anderem an Pinot Gris, Tempranillo und Riesling gedacht. In späteren Schritten soll das Carnozet umgebaut und als Degustations- und Seminarraum genutzt werden. Auch dieses Geschäft geht noch in die Bürgerversammlung.

Auch hat der Bürgerrat, nachdem das Museum Weissenstein seinen Betrieb eingestellt hat, die Museumskommission unter Verdankung der geleisteten Arbeit aufgelöst. Zudem hat er Roland Kurz als Ersatz für Peter Schnetz jun. bis Ende Amtsperiode 2021 in die Einbürgerungs- und Kulturkommission gewählt.

Folgende Bewerbungen um das Solothurner Bürgerrecht wurden zuhanden der Bürgerversammlung verabschiedet: Mario Arlovic; Felix Burkhardt; Giampiero Cudde; Michael Keck; Michael Kiefer; Jasmina Mitucic mit Ehemann Dragan; Valentina Patrono mit Ehemann Miguel Angel Chaves Gentil und Sohn Giacomo Chavez Patrono sowie der Tochter Giulia Chavez Patrono; Fikrete Racipi; Jasmin Schwantner; Magdalena Slantincic.

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