Solothurner Rathaus
Die bröselnde Jugendstilmalerei muss restauriert werden

Der Südanbau des Solothurner Rathauses wurde im Jahr 1903 neu gebaut und blieb bis heute im Originalzustand erhalten. Jetzt muss die Deckenmalerei im Eingangsbereich restauriert werden.

Fränzi Rütti-Saner
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Restaurationsarbeiten im Solothurner Rathaus
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Die Decke wird restauriert.
Auch aussen müssen Renovationsarbeiten getätigt werden.

Restaurationsarbeiten im Solothurner Rathaus

Hanspeter Bärtschi

Jan Colani (1850-1932) hiess der Zürcher Architekt, der vor 110 Jahren den Zuschlag für den Neubau des Südteils des Solothurner Rathauses bekam. Das alte Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1746 wurde abgerissen und die neuen Räumlichkeiten im damals modernen Jugendstil gebaut. Bis heute haben sich, insbesondere die Aussenfassade, der Eingangsbereich und das Treppenhaus in Originalzustand erhalten. Sämtlicher Bauschmuck - skurrile Gipsfiguren von Fritz Käch (1877-1905) - Türen, Fenster, die Farbgestaltung sowie Lampen, Türen und Holzarbeiten sind noch im Originalzustand vorhanden.

Doch jetzt nagt der Zahn der Zeit am Bau und ganz besonders an der Deckenbemalung im Eingangsbereich. «Seit etwa zwei Jahren wurde der Zustand der floralen Malerei immer schlechter», sagt Urs Bertschinger, Bauforscher im kantonalen Amt für Denkmalpflege. «Flockenweise» sei sie von der Decke gefallen.

Deshalb musste jetzt Restauratorin Brigitta Berndt und Maler Franco Fontana mit der Rettung derselben beginnen. An der Decke ist ein symmetrisches stilisiertes Rankenmuster in Grüntönen zu sehen. Diese Deckenmalerei ist in einer hohen handwerklichen Qualität ausgeführt worden, sagen die Fachleute. Sie wurde mittels Schablonen direkt auf den Deckengips aufgetragen - jetzt ist diese fast gesamthaft am Abblättern. «Das hat sicher mit den Temperaturschwankungen im Eingangsbereich des Gebäudes zu tun», sagen Berndt und Bertschinger. Die schadhaften Stellen werden nun sorgfältig gesichert, gekittet und neu gemalt. Zum Schluss werden sie mit einer Lasur wieder haltbar gemacht.

«Nach vier Stunden tuts weh»

«Es ist keine leichte Arbeit», Brigitta Berndt schmunzelt. «Der Werkplatz, an der Decke ist für die Arme nicht gerade komfortabel. Man kann diese Arbeit etwa drei bis vier Stunden täglich machen. Dann braucht man eine Pause.» Berndt schätzt, dass sie noch bis Anfangs April hier am Restaurieren sein wird.

Wegen dieser Arbeit hat sich auch Urs Bertschinger intensiv mit dem gesamten Südanbau des Solothurner Rathauses auseinander gesetzt. «Nach und nach werden wir auch mit der Restaurierung der anderen Gebäudeteile wie Fenster oder Wände beginnen müssen», sagt er. Und zum Schluss betont er noch: «Auftraggeber für diese Restauration ist das Kantonale Hochbauamt. Die Denkmalpflege hat die Aufsicht der Arbeiten übernommen.»

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