Theater Mausefalle
Die Briten lieben es schwarz, die «Mausefalle»-Crew ebenso

Erneut erfreut das Teatro Mobile in der «Mausefalle» sein Publikum mit einer Folge von Sketches der berühmten britischen Comedy-Gruppe «Monty Python», die mit spürbarer Lust am Spiel präsentiert werden.

Helmuth Zipperlen
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«Monty-Python»-Sketches im Theater Mausefalle

«Monty-Python»-Sketches im Theater Mausefalle

TM

Sechs Stühle, ein Tisch, ein Notenständer, eine Staffelei, ein Paravent und eine weisse Projektionsfläche an der Hinterwand in einem Dekor aus hellen Wänden, verziert mit Blumenmotiven, und je zwei Türen seitlich bilden das ständig neu arrangierte Dekor für über 20 Szenen, die von unterschiedlicher Länge sind und sich gekonnt zwischen Sinn und Unsinn bewegen.

Zwei Damen (Silvana Grellmann und Melina Maspero) und sechs Herren (David Gnägi, Christoph Stapfer, Jonathan Sollberger, Remo Streit, Jörg Studer und Michael Wirz) überraschen in immer wieder wechselnden Kostümen. Trotz der vielen Dekor- und Kostümwechsel greifen die einzelnen Sketches fliessend ineinander über.

Britischer Humor in Reinform

«Monty Python’s Flying Circus» war eine Show für die BBC von 1969 bis 1974. Als ihre Macher dann auch das Medium Kinofilm erschlossen, wurden sie weltweit bekannt und zum Symbol für britischen Humor. Dieser gilt als recht schwarz und manche Sketches enden fast lakonisch, das heisst ohne eine Schlusspointe, die zum Lachen animiert. Aber auch so gibt es in der dargebotenen deutschen Fassung viel zu lachen.

Jonathan Sollberger liess es sich allerdings nicht nehmen, zwei Songs (The Penis Song und Chinese Song) im englischen Original vorzutragen. Die beiden Sketches «Flying Sheep I» und «Flying Sheep II» sind wohl eine Anspielung an den Showtitel, in dem ja von einem fliegenden Zirkus die Rede ist. Die beiden Damen stachen mit besonders schönen Kostümen, gerade auch beim «Chinese Song», hervor, denn sie hatten nur wenig Text, sonst dienten sie als Aufputz für die dominierenden Herren.

Richter in Strapsen

Absurde Situationen aus der Gegenwart sind ebenso vertreten wie historische Gegebenheiten. Besonders lustig der Sketch, in dem sich der Papst mit Michelangelo über das letzte Abendmahl unterhält. Die Argumentation, dass es auch ein zweitletztes Abendmahl gegeben haben muss, erinnert an den Film «The Life of Brian».

Dazu kommen Überraschungseffekte, wie jener, in dem zwei Richter auftreten und als sie sich ihrer Richterroben entledigt haben, in Strapsen dastehen (Gay Judges). Neben Wortwitz gibt es auch viel Slapstick zu sehen oder gar rein pantomimische Sketches. Auf alle Fälle ist das körperbetonte Spiel ebenso wichtig wie der gesprochene Text. Auch gekonnt umfallen ohne sich zu verletzen, muss geübt werden.

In der letzten Szene (History of Joke) muss Christoph Stapfer als Opfer einiges einstecken und über sich ergehen lassen. Dass dies mit der in kaum einem Filmlustspiel fehlenden Tortenschlacht endet, ist durchaus logisch. Ebenso, dass dies der Schluss ist, denn nachher muss die Bühne gereinigt werden. Für die Technik zeichnet Sofia Meszaros verantwortlich, denn sie ist dafür besorgt, dass das Licht, aber auch die zahlreichen Geräuscheinblendungen und auch die Projektionen einwandfrei funktionieren. Das Publikum verdankte die zweistündige amüsante Unterhaltung mit reichem Applaus.

Weitere Aufführungen: Sa. 14. Januar 20 Uhr, So. 15. Januar 17 Uhr, Fr./Sa. 20./21. Januar je 20 Uhr