Solothurn

Die Brass Band und die «Ambassador Pipes and Drums» traten gemeinsam auf

Gemeinsames Spiel der Brass Band und der Ambassador Pipes and Drums.

Die Brass Band Solothurn trat zum Jahreskonzert zusammen mit den «Ambassador Pipes and Drums» auf.

Die Musikanten der Brass Band haben schon etwas den Ruf, in einer eigenen Musikwelt zu leben. So lässt es sich erklären, dass die Brass Band die ebenfalls solothurnischen «Ambassador Pipes and Drums» bisher nicht kannten. Dabei ist die 2011 vom heutigen Pipe Major Rico Schönauer 2011 gegründete Truppe beispielsweise schon 2014 am Blasmusiktreffen in Lüsslingen-Nennigkofen in der Region aufgetreten.

Immerhin haben die beiden sich nun gefunden und gemeinsam ein Konzert geboten. In zwei eigenen Auftritten haben die Gäste vier Sets aus ihrem Repertoire überzeugend in den Saal gebracht. Dabei spielen sie – wie die Tambouren – alles aus dem Kopf.

Mit dem ersten Set «Farewell To The Creeks» und «The Cock O’The North» stellten sie sich vor. Ins zweite Set packten sie «Scotland The Brave», «Rowan Tree» und «The Hills Of Argyll». Mit «Green Hills Of Tyrol», «When The Battle Is Over» und «Lochanside» im dritten Set begannen sie ihren zweiten Auftritt. Ins vierte Set packten sie gleich fünf Titel.

Der Herzschlag als Stück

Ihre musikalische Visitenkarte gab die Brass Band unter der Direktion von Martin Bütikofer mit «The Life Within» von Paul Lovatt Cooper ab. Damit wählte sie ein interessantes Stück, das verschiedenste Färbungen zeigt. Diese wechseln nicht abrupt, sondern gleiten fast wie selbstverständlich ineinander. Phasenweise tönt es ausgesprochen synthetisch. Es weckt Vorstellungen von einer sterilen Elektronikwerkstatt. Dann werden die Empfindungen unversehens in biologische Richtung gelenkt. Wieder einige Takte später glaubt man nichts als den pulsierenden Herzschlag zu hören, den man unbewusst während des ganzen Stücks wahrnimmt.

Das ist auch nicht verwunderlich, der Komponist ist von Haus aus Perkussionist. Daher scheut er sich auch nicht davor, einzelnen Bläsern extreme Aufgaben zuzumuten. So gehen sowohl die Stimmen des Prizipal-Cornets wie des Soprano-Cornets schon in anspruchsvolle Höhen. Vom selben Komponisten hatte die BB mit «Road To Run» noch ein weiteres Stück im Programm. Auch das ist interessant, vertritt aber einen ganz anderen Stil. Es ist im Stil eines typischen Aufgabestückes geschrieben. Der Anteil kollektiv gespielter Musik ist relativ klein.

Über weite Strecken spielten verschiedene Instrumenten-Kombinationen in kleinen Formationen, die sich bis auf ein Duett reduzieren können. Die Brass Band betonte dies sogar noch, indem immer die gerade spielende Kleinformation aufstand. Zusammen mit den Märschen «Superlative» von Dave Collins, «Schwyzer Soldaten» von Ernst Lüthold und «Arsenal» von Jan van der Roost war das nebst der Begleitung der Soli der eigene Anteil der Brass Band. Als erster Solist trat Thomas Lorenz auf dem Xylofon auf. Sein «Ungarischer Tanz» erntete viel Applaus.

Rührung in eigener Sache...

In den Applaus für den Auftritt von Anja Grossenbacher (Marimbafon) und Martin Krebs (Eufonium) mischte sich viel Rührung, hervorgerufen durch den Heiratsantrag und die öffentliche Verlobung der beiden auf der Bühne. Auch für diese ungewöhnliche Instrumente-Paarung schuf Mario Bürki eine passende Begleitung, die von der Brass Band gepflegt interpretiert wurde. Keine Zurückhaltung brauchte sie für das Zusammenspiel mit dem Gast, den Ambassador Pipes and Drums.

Da haben die beiden Formationen hervorgeholt, was an Notenmaterial vorhanden ist. Mit «Celtic Crest» von Christoph Walter begeisterten sie ihre Anhängerschaften schon zu Beginn. Nicht fehlen durfte «Braveheart» und mit der «Highland Cathedral» von Ulrich Roever und Michael Korb wurde ein imposanter Schlusspunkt gesetzt. Zugaben wurden verlangt und auch mehrfach geboten, beispielsweise mit «Amazing Grace», bevor die Brass Band allein mit dem «Solothurner Marsch» von Stephan Jaeggi den endgültigen Schlusspunkt setzte.

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