Solothurn

Die Biertage sind eröffnet — jetzt wird drei Tage lang gebechert

Über 50 Schweizer Brauereien präsentieren an den Solothurner Biertagen bis Samstag ihre Schätze an flüssigem Gold.

Wenn es eine Schweizer Branche gibt, die der Entwicklung zum Einheitsbrei trotzt, dann ist es die wohl Brauereibranche – mit ihren enthusiastischen und kreativen Ein- und Aufsteigern. Und wenn es eine Plattform gibt, um genau diese Entwicklung abzubilden, dann sind es die Solothurner Biertage. Am Donnerstag eröffnete deren Veranstalter und «Öufi»-Inhaber Alex Künzle vor geladenen Gästen die 16. Schau der Schweizer Bierkultur in der Reithalle. Über 50 Schweizer Brauereien lassen auf dem Areal bis und mit Samstag alle Freunde des flüssigen Goldes ihre mannigfaltigen Erzeugnisse kosten.

Nicht zuletzt mit dem Blick auf die «Bierfahnen», die auf der Fussgängerbrücke derzeit wehen, bedankte sich Künzle in seiner Eröffnungsrede bei der Stadt, dafür, dass man den Anlass in den Rang der hochoffiziellen Veranstaltungen erhoben habe und merkte augenzwinkernd an, dass man jetzt mit dieser Amtshandlung vor reglementarischen Einschränkungen gefeit sei.

Eine wortreiche Bier-Ode wie aus dem Trommelrevolver feuert Gastpoet Kilian Ziegler, seineszeichens amtierender Poetry-Slam-Schweizermeister im Anschluss ab. Er, der «Bierat» mit einem Bauch zwischen «Sixpack und Fässli», er «chillts gerne bei einem Pils» und sitzt «mit dem Lager am Lagerfeuer.» «Denn Bier verbindet, und das erst noch wireless». Letztlich aber stosse man mit Bier schweizweit «nirgends so feierlich an, wie hier in Solothurn.»

Eröffnungstag der Solothurner Biertage Solothurn 2018 mit Kilian Ziegler

Eröffnungstag der Solothurner Biertage Solothurn 2018 mit Kilian Ziegler

«Die Biermesse schlechthin»

Ins Lob einstimmen tut auch Reto Rauch, Geschäftsführer von Biera Engiadinaisa – nach langem Anfahrtsweg aus der Unterengadiner Gemeinde Tschlin. «Die Brauerei ist zwei Häuser vom Zoll entfernt», sagt Rauch. Und mindest bis dorthin reicht auch die Reputation der Solothurner Biertage. «Dies hier ist die Biermesse schlechthin.»

Besonders sympathisch: «Im Mailverkehr mit seinen Brauerei-Partnern begrüsst Alex uns viersprachig, also auch rätoromanisch.» Karin und Bryan Patton von der Barfuss Brauerei sind dem guten Ruf der Veranstaltung bis aus Thurgau gefolgt: «Wir sind zum ersten Mal dabei», sagt Karin Patton. «Da das Solothurner Craft Beer Center unser Bier vertreibt, ist auch unsere Standpräsenz interessant», sagt sie.

Aber auch über den Marketingeffekt hinaus erkennt sie Vorteile, an Biermessen dabei zu sein. «Es findet unter Brauern immer auch ein Austausch von Wissen und Inspiration statt. Und man hilft sich gegenseitig aus.»

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