Wie alle Jahre werden die Mitarbeiter des Werkhofs auch in diesem Winter die Bäume zurückschneiden. Bevor sie aber beginnen können, muss die Temperatur fallen. Und damit die Blätter.

«Es mag seltsam klingen, aber wir hoffen auf kaltes Wetter», sagt Patrick Schärer, Chef Werkhof der Stadt. Der Boden rund um die Bäume muss gefroren sein, sonst nimmt der Boden zu viel Schaden, wenn die Maschinen darüber fahren. Zudem sollte es nicht zu viel regnen, sowohl wegen des Rasens als auch wegen der Sicherheit der Baumpfleger: «Ist es zu nass, gehen wir nicht hoch.»

30 Bäume müssen weg

Teilweise müssen Bäume gefällt werden, die krank oder abgestorben sind oder die Sicherheit von Autofahrern oder Fussgängern gefährden. Über einer Strasse müssen 4,5 Meter frei sein, über dem Trottoir 2,5 Meter, wenn nicht, muss der Ast oder der ganze Baum weg. Auch die Standsicherheit eines Baumes ist ein Kriterium – wenn er nicht frei ins Licht wachsen kann, wächst er schräg. Dieses Jahr werden bei 30 Bäumen die Sägen angesetzt. Bevor einer allerdings auf der Fall-Liste landet, wird er von Fachleuten begutachtet.

Mit speziellen Geräten wird der Baum gemessen oder an kritischen Stellen angebohrt, um sehen zu können, ob es faule Stellen gibt. Allerdings wird nicht jeder Baum auf der Fall-Liste auch wirklich gefällt.

«Haben wir eine Liste von 50 Stück, versuchen wir 20 zu retten», sagt Schärer. Dies sei mithilfe eines sogenannten Ankers möglich, mit dem kritische Äste mit Stahlseilen zurückgebunden werden. «Ein Passant kann die Seile kaum sehen, aber sie sind nötig, um ein Abknicken zu verhindern.» Schärer fällt nicht gerne Bäume. «Ich versuche, dies wann immer möglich zu verhindern. Denn wenn ein Baum 100-jährig ist, ist das schon einiges.»

Jungbäume anstelle der alten

Wird ein Baum gefällt, setzen die Mitarbeiter des Werkhofs an seiner Stelle einen neuen. Dabei wird nach einem Unterhaltskonzept vorgegangen, also nach einem Plan, wo welcher Baum steht. «Sie werden meist eins zu eins ersetzt», so Schärer.

An die Stelle eines gefällten Kugel-Ahorns kommt wieder ein Kugel-Ahorn, eine Rosskastanie, wie sie im Stadtpark beim Kunstmuseum stehen, wird mit einer neuen Rosskastanie ersetzt. «Die Verkehrssicherheit ist allerdings immer ein Kriterium.» Denn die Pflege der Bäume beginne schon beim Pflanzen.

Dabei ist die Form das Wichtigste. Linden oder Eschen sind beliebt, da sie eine Säulenform haben und nicht so sehr über die Strassen wachsen. Platanen werden wegen ihrer Resistenz geschätzt. Besonders im Winter ist das wichtig, wenn die Strassen mit Salz bestreut werden. Verhindern könne man das Salz in der Erde aber nicht, und das sei auch gar nicht nötig. «Wir mussten noch nie wegen Wintersalz einen Baum fällen.»