Solothurn
Die Bahn ist frei für die Weststadt-Bikerpiste

Die vier Einsprachen gegen den Bikepark in der Solothurner Weststadt wurden zurückgezogen. Jetzt kann das «Whitestone»-Team mit dem Bau des Dirtjump-Bikepark südlich des Henzihofs starten.

Andreas Kaufmann
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Hier soll ein Bikepark entstehen – einen Zeitpunkt nennen die Projektverantwortlichen noch nicht.

Hier soll ein Bikepark entstehen – einen Zeitpunkt nennen die Projektverantwortlichen noch nicht.

Wolfgang Wagmann

Bei einem Velopark zählen zur gewünschten Ausstattung Hindernisse, Hürden, Hügel und Kurven dazu – je mehr, desto besser. Weniger erwünscht sind dafür jene «Berg- und Talfahrten», die einem Bikepark-Projekt bei seiner Planung widerfahren. So standen dem Vorhaben, mit dem junge innovative Solothurner vor gut einem Jahr vorstellig wurden, zwischenzeitlich einige Hürden im Weg, auf die man wohl gerne verzichtet hätte.

Damals waren Marc Henzi, Lukas Ischi und Daniel Lanz in einer Kerngruppe von total rund zehn Personen bei der Stadt vorstellig geworden. Ihre Absicht: einen Dirtjump-Bikepark südlich des Henzihofs zu errichten, der diese Radsportvariante mit Sprüngen über Schanzen oder Erdhügel ermöglicht. Dort, wo die Stadt langfristig die «Weitblick»-Planung ins Auge gefasst hat, wäre eine Zwischennutzung für Pistenfans durchaus realistisch. Im Herbst 2014 hätte der Startschuss fallen sollen, auch die Stadt als Grundstückeigentümerin gab ihren Segen. Anfang Juli war das Projekt, das eine Zwischennutzung von fünf bis sieben Jahren vorsah, soweit spruchreif. Doch es kam anders.

Vier zurückgezogene Einsprachen

Mitte Juli 2014 nämlich gingen vier Einsprachen aus der Anwohnerschaft beim Stadtbauamt ein. Die Eingaben bezogen sich auf die Sorge wegen Wildparkierern, wegen möglicher Lärmquellen, sowie wegen fehlender WC-Anlagen. Die ursprüngliche Planung geriet dadurch ins Stocken. Heute nun spürt Marc Henzi wieder zögerlichen Optimismus aufkommen – er hält sich aber zurück, sich allzu früh zu freuen: «Wir haben vonseiten Stadt lediglich eine mündliche Zusage erhalten, die schriftliche Bestätigung wird uns in den nächsten Tagen zugestellt. Das Projekt möchten wir weiterhin durchziehen.»

Tatsächlich haben die Einsprachen ihr Vorhaben zeitlich zurückgeworfen, dafür habe man sich mit den Einsprechern hinsichtlich zu den beanstandeten Kritikpunkten einigen können. «Es haben hierzu zahlreiche Sitzungen stattgefunden, mit den Einsprechern, aber auch mit der städtischen Verwaltung», so Henzi weiter. Fortlaufend wurden Konzept und Baugesuch soweit angepasst, dass die Einsprachen zurückgezogen wurden und vor einigen Tagen auch die Baukommission von Solothurn grünes Licht gab.

Doch durch welche Auflagen gelangte man zum Konsens? In Sachen Parkplätze sollen auf einem westseitigen Streifen Land, das ebenfalls der Stadt gehört, provisorische Parkplätze entstehen. Weiter wurde ein west- und nordseitiger Zaun als Abgrenzung zur Brühlgrabenstrasse und zum Henzihof gefordert. Ebenso ein Thema sind die WC-Anlagen. «Da klären wir zurzeit Varianten ab – und auch, wie sie zu finanzieren sind.» Ein weiteres Thema, das die Bedenkenträger auf den Plan gerufen hatte, ist eine mögliche Lärmbelastung durch Besucher. «Wir haben uns geeinigt, dass die Nutzer des Bikeparks keine mitgebrachte Musik abspielen – unabhängig von der Tageszeit», sagt Henzi. «Das ist gar kein Problem: Wir sehen auch nicht ein, warum es auf einem Bikepark Musikgeräte braucht. Uns geht es um den Sport.»

Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamtes, bestätigt auf Anfrage, dass die Einsprachen zurückgezogen wurden. «Die Betreiber sind auf die wesentlichen Auflagen eingegangen.» Obschon gerade die WC-Anlagen und Parkplätze auch im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens nachgewiesen werden müssten. Die Zwischennutzung auf dem Terrain sei überdies bis Ende 2019 terminiert – mit einer möglichen Verlängerung.

Park ist finanziell gesichert

Wann nun erfolgt der Start der Bauarbeiten? Noch stehen einige Sitzungen mit der Stadt und mit Sponsoren an. Und Henzi lässt den Zeitpunkt des Baustarts bisweilen noch offen: «Wir fangen an, wenn wir das Gefühl haben, das alles okay ist.» Ursprünglich wurden 90 000 Franken für das Projekt vorgesehen. Wie Henzi weiter informiert ist der grösste Teil des Parkes finanziell gesichert: «Wegen der Auflagen der Einsprecher entstanden aber Mehrkosten, für die wir zurzeit noch weitere Sponsoren suchen.» Ein grosser Teil der anfallenden Arbeit soll durch die helfenden Hände aus der Kerngruppe und weiterer Fans verrichtet werden. Und auch Henzis Mitstreiter Lukas Ischi und Daniel Lanz haben sich durch die behördliche «Buckelpiste» nicht vom Weg und Eifer abbringen lassen.