Verkehrsregime Vorstadt
Die Anwohner haben mehr Nachteile als Vorteile gesehen

«Es gibt nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile», stimmte Benedikt Affolter am Dienstagabend ein Häuflein von zehn Anwesenden auf den viermonatigen Testbetrieb eines neuen Verkehrsregimes in der alten Vorstadt ein.

Wolfgang Wagmann
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Wieder muss der Bus vor einer Ampel am Rossmarktplatz warten
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Rechtsabbeiegen vom Oberen Winkel in die Berntorstrasse wird verboten, es geht geradeaus in den Untereen Winkel wieter
Im Unteren Winkel gibts wieder Verkehr Richtung Rossmarktplatz
Auf diesem Abschnitt der Berntorstrasse können die Buse in der Versuchphase nicht mehr kreuzen
Neu kann in die Adlergasse eingebogen werden
Neues Verkehrsregime in der Solothurner Vorstadt

Wieder muss der Bus vor einer Ampel am Rossmarktplatz warten

Wolfang Wagmann

Ausgangspunkt für den geplanten Test ab Mitte September bis Februar 2014 sei der Wunsch etlicher Vorstädter nach einer breiteren Flanierzone in der Berntorstrasse, was nur mit einem Einbahnregime für die rund 420 BSU-Busse täglich in der Vorstadt möglich ist.

Deshalb sollen zwei Ampeln den Busverkehr während der Versuchsphase steuern. «Die Ampel beim Rossmarktplatz steht grundsätzlich auf Grün. Wenn ein Bus von Norden kommt, muss er sich bei der Wengibrücke-Ampel an- und beim Rossmarktplatz wieder abmelden», so Affolter. Doch mit dieser Massnahme sind einige Konsequenzen verbunden. Um möglichst wenig Verkehr in der engen Berntorstrasse zu haben, wird neu die Adlergasse von Ost nach West statt umgekehrt geöffnet.

zvg

Vom Oberen Winkel kann der Verkehr neu auch durch die SBB-Unterführung und den Unteren Winkel über die Prisongasse und den Rossmarktplatz abfliessen. «Das Regime in der Adlergasse mussten wir umkehren, weil die Kehrichtabfuhr die Ausfahrt in die verengte Berntorstrasse nicht mehr schafft», machte der Tiefbauchef auf nur einen Knackpunkt aufmerksam.

Befürchtungen zuhauf

Dabei gibt es etliche Probleme zusätzlich, wie Benedikt Affolter aufgrund erster Anwohner-Anrufe einräumte. So sind die vier Parkplätze in der Adlergasse entlang des Bahndamms für die Kehrichtabfuhr ein Hindernis, dem man nur mit Verlegen oder Aufhebung der Parkplätze beikommen könnte. Fundamentalkritik übte Rolf Schöb vom Restaurant Vini an der Öffnung des Unteren Winkels und der Prisongasse für den Durchgangsverkehr. Er schlug deshalb sogar eine Ampellösung wie früher bei der Spitalkirche vor.

Befürchtungen wurden auch laut, dass der Durchlass beim «Gidor» zu schmal sei – was Benedikt Affolter durchaus auch nicht verneinte. «Doch während des Tests machen wir baulich nichts, erst dann könnten wir allenfalls die Durchfahrt verbreitern.» Pia Studer setzte sich für den Chästag und das Street Music Festival im Unteren Winkel ein, wobei sie ausser acht liess, dass beispirlsweise ja jetzt schon der Obere Winkel jeweils fürs Freundschaftsfest gesperrt wird. Jedenfalls lässt die Stadt den Test ausschreiben, um nachher zu entscheiden, ob man 2014 tatsächlich den Gehbereich auf dem östlichen Trottoir verbreitert und die Berntorstrasse mit der Umgestaltung 2015 auf 4,50 Meter reduziert.

«Wir sind neutral und warten den Versuch ab. Der öffentliche Verkehr darf einfach nicht behindert werden», meinte der anwesende BSU-Direktor Bernard Künzli. Denn «es ma nüt liide», befürchtete er eine verstopfte Berntorstrasse durch private Anlieferungen. Genau solche Probleme will die Stadt jedoch während der Testphase festhalten – mit einer Videokamera beim Volkshaus.