«Jetzt wird die Akademie der Generationen ihrem Namen gerecht», stellt Rudolf Erzer fest. Er ist Inhaber des Lern- und Bildungsforums, das regelmässig Vorlesungen lanciert. Neu will Erzer auch die Jugend einbeziehen. So sollen nämlich Schulklassen ebenfalls an den Anlässen teilnehmen können – und zwar unentgeltlich. Unter dem Namen «Seniorenakademie» war Rudolf Erzers geistiges Kind im Frühling 2011 ins Rollen gekommen und hatte durch die Umbenennung in «Akademie der Generationen» die Zielgruppe ausgedehnt – nämlich auf alle Altersklassen. Mit der aktuellen Idee erhält die Akademie über das klassische Bildungsbürgertum hinaus eine weitere Verjüngungskur verpasst, eine, die sich nicht nur im Namen, sondern auch in der Durchführung und im Angebot niederschlagen soll.

Das Konzept besteht darin, dass Lehrer ihre Schulklassen für eine Vorlesung anmelden. Primär gedacht ist das Angebot für Kantons- und Berufsschüler, die durch den Besuch an spezifische Unterrichtsthemen anknüpfen können. Eine jeweils anschliessende Diskussion mit dem Referenten gehört zum Anlass dazu. Auch davon könnten die teilnehmenden Schüler profitieren, beispielsweise, indem sie schriftlich Fragen vorbereiten und diese dann einbringen. Mit der Einbindung von Schulklassen setzt die Akademie ihre Vernetzungsarbeit in der Bildungslandschaft fort: Bereits etabliert hat sich eine Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Solothurn: Gemeinsam mit ihr wird der Geschichtszirkel durchgeführt.

Erste Erfahrungen sammeln

«Das Ganze scheint gut anzulaufen», so Erzer. Anlässlich der Veranstaltung von nächsten Dienstag, 19 Uhr, im Sommerhaus de Vigier zum Thema «Nationalstaaten» haben sich drei Schulklassen angemeldet. Walter Fust, ehemaliger Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, wird über Nationalstaaten referieren und ihre Unabhängigkeit in einer globalisierten Welt hinterfragen. «Als Pilotversuch starten wir einmal mit der Kanti, um beidseitig erste Erfahrungen zu sammeln, was Organisation, Nutzung und Interesse angeht», so Erzer.

Stefan Zumbrunn hebt als Rektor der Kantonsschule die spannenden Aspekte der Zusammenarbeit hervor: «Das Lernen findet für einmal nicht in der Schule statt und erscheint aus einem anderen Blickwinkel.» Wichtig sei aus seiner Sicht der Bezug des Vortragsthemas zum Schulunterricht sowie die Vor- und Nachbereitung. Tatsächlich stehe im aktuellen Fall das Thema «Nationalstaaten» gleich als Nächstes auf dem Unterrichtsplan der Schüler, sodass der Akademiebesuch passenderweise der schulischen Vorbereitung dient.

Networking und Uniluft

Aus Sicht Erzers greift das Prinzip «Einstimmung» aber noch weiter: «Es geht uns auch darum, unseren Bildungsauftrag wahrzunehmen und allfällige künftige Unigänger auf ihre Zukunft einzustimmen.» Den Schülern werde die Möglichkeit geboten, in einer Eins-zu-eins-Situation Vorlesungsatmosphäre zu schnuppern, beschreibt das Konzept.

Ebenso könnten die jungen Menschen durch das Projekt hilfreiche Anknüpfungspunkte im hiesigen kulturellen Aktivitätennetz finden. Inhaltlich will man das Programm aber durch den Pilotversuch nicht ändern. Im Herbst 2015 soll schliesslich die Pilotphase für eine allfällige weitere Zusammenarbeit eruiert werden – mit der Kanti und allenfalls darüber hinaus.