Kapuzinerkloster
Die Advent-Ausstellung geht auch ohne die Kirche

Die derzeitige Advent-Ausstellung im Kapuzinerkloster Solothurn könnte die letzte ihrer Art sein.

Wolfgang Wagmann
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Es wienächtelet auch im Kloster
8 Bilder
Nicole Schranz stellt Schönes für die Wand aus
Adventsausstellung im Kapuzinerkloster Solothurn 2017
Auch die die duftenden Seifen der Twins gaben ihr Plätzchen im Klster gefunden
Besinnliche Adventsstimmung im Kruzgang
Die ehemaligen Bewohner des Klosters sind noch präsent.
Im Refektorium dominiert floraler Adventsschmuck.
Das Kinderparadies Bohnenblust findet sich neu in der Sakristei

Es wienächtelet auch im Kloster

Wolfgang Wagmann

Die Kirche ist diesmal eine Kirche geblieben. Ansonsten ist «Advent im Kloster» fast wie immer, seit die Floristin Marlise Studer mit einigen Stadt-Gewerblern vor zehn Jahren die stimmige Ausstellung ins Leben gerufen hatte. Nun ist der letztjährige OK-Chef Olivier F. Ziegler auch nur noch Besucher in den Klostermauern. «Mein neues Stadtgeschäft Botox absorbiert mich zu sehr. So habe ich den Kloster-Anlass an Vreni Holzer übergeben.»

Gleichzeitig hat Ziegler die Kirche geräumt. «Sie steht damit für Konzerte und als Podium für Schulklassen und ihre Aktivitäten zur Verfügung», erklärt die neue Organisatorin, die sich auf ein ganzes Team aus den Ausstellerreihen verlassen kann. So hat beispielsweise Urs Gysin das Konzertprogramm auf die Beine gestellt. Zusammen mit Bücher Lüthy zählt die Inhaberin des Kinderparadieses Bohnenblust wiederum zu den grössten Ausstellern. Doch haben die beiden Fachgeschäfte die Plätze getauscht und das Spielwarengeschäft hat sich neu in der Sakristei angesiedelt.

Urs Bucher entscheidet

Es könnte durchaus das letzte Mal sein, dass «tout Soleure» während der Adventszeit ins seit 2003 von den Kapuzinern verlassene Kloster pilgert. Sollte Urs Buchers Projekt mit Asylbewerbern und Randständigen nächstes Jahr konkret werden, kann laut ihm das Kloster nicht mehr für die Adventsausstellung vermietet werden.

«Die Räume brauchen wir dann für unser Projekt.» Vreni Holzer ihrerseits bestätigt, dass man sich nicht mehr an den Kanton, sondern an Bucher wenden müsse, wenn man doch nochmals zum Zuge kommen wolle. «Wir müssten allerdings bis spätestens im August wissen, woran wir sind. Lieber noch im Juli», erklärt die Geschäftsfrau.

Im Reich der Düfte

Wer sich durch den Kreuzgang und alle seine Nebenräume bewegt, stösst überall auf Trouvaillen. Hinter der Küche, wo Linda Gutknecht ihre Cup Cakes mit leichter Hand hervorzaubert, Sirups vom «Fröilein» mit italienischen Spezialitäten um die Besuchergunst buhlen, tut sich plötzlich ein neues duftendes Reich auf: die Derendinger Seifensiederei der «Twins» Ursula Zwahlen und Fränzi Richard. «Einen sehr schönen Raum» finden die beiden das grosse helle Eckzimmer zum Klostergarten hin – und hätten gerne gewusst, welchem Zweck es unter den Patres gedient hatte.

Der «Bäucher Rank»

Den halben Kreuzgang teilen sich zwei Aussteller, die schon fast «zum Inventar» gehören. Zum achten Mal ist Nicole Schranz mit ihren Einrahmungen dabei, zum neunten Mal Antiquitätenhändler Markus Kölliker. «Wir zwei bilden zusammen den ‹Bäucher Rank›», lacht Schranz. Sie ist mit dem bisherigen Verlauf von «Advent im Kloster» zufrieden. «Am Samstag war der Besuch wohl wegen des Regenwetters noch durchzogen, am Sonntag dagegen hatten wir sehr viele Leute.»

Markus Kölliker ist gar schon seit neun Jahren mit von der Partie – nur das erste Mal hat er im Kloster gefehlt. «Damals mussten mehr Aussteller her, damit am Sonntag geöffnet werden konnte.» Also machte «Kölli» mit und findet den Anlass im Kloster «ideal, um Kundenkontakte zu knüpfen.» Sollte es das letzte Mal gewesen sein, gehe er «halt an eine andere Ausstellung». An solchen fehlt es in der Region zur Adventszeit nicht. So wird der ebenfalls langjährige Aussteller Urs Gysin mit seinen Lederwaren und der Polsterei vier Tage lang am Wienachtsmäret in der Vorstadt, zwei Tage am Chlausemäret nächste Woche und jetzt noch bis am Sonntag im Kapuzinerkloster präsent sein. Vielleicht auch er zum letzten Mal. Und damit würde ein Adventsanlass verschwinden, der wie kaum ein anderer das Publikum faszinierte. Denn – so ein Aussteller – «die Leute kommen wegen des Klosters».

Geöffnet: Donnerstag und Freitag 14 bis 19.30 Uhr, Samstag/Sonntag 10 bis 17 Uhr. Infos zum Rahmenprogramm gibts unter www.adventimkloster.ch

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