Märetfescht

Die Absage trifft vor allem Fasnachtsgruppierungen hart

Auch dem Hauptgass-Leist werden die Einnahmen der zwei Märetfescht-Abende in seiner Grill-Beiz fehlen.

Auch dem Hauptgass-Leist werden die Einnahmen der zwei Märetfescht-Abende in seiner Grill-Beiz fehlen.

Die Absage des Märetfeschtes wegen der weltweiten Coronakrise traf städtische Fasnachtszünfte und Guggenmusigen sowie den einzig verbliebenen Sportverein nicht unerwartet.

Damit verbunden sind Mindereinnahmen. Diese aufzufangen, wird zu einer Herkules-Aufgabe. Selbst Märetfescht-OK-­Präsident Thomas Schnetz muss sich damit in seiner Funktion als Ober der Tannewägzunft auseinandersetzen: «Wir haben zwei Jobs, einmal die Bar auf dem Klosterplatz und dann die Mithilfe bei den Risotto-Rührern im Kollegiumshof.» Die Chancen stuft er auf null, bei anderen Festen mitarbeiten zu können. «Wir sind mit 25 Mitgliedern eine Familienzunft, können diese Ausfälle nicht einfach auf diese abwälzen. Das Minus muss die Vereinskasse tragen, denn wir wollen nicht unbedingt am Wagen sparen», so Schnetz.

Auch die Spiessli der Narrenzunft Honolulu fehlen

Für die Narrenzunft Honolulu ist dieser Anlass eine der Haupteinnahmequellen. «Wir überlegen uns Alternativen mit unserem Spiessli-Essen, sobald dies wieder möglich ist», sagt Ober Peter Studer. «Ich werde schauen, ob wir eventuell über den Weg der Kulturförderung Unterstützung abholen können», sieht er eine Möglichkeit. Eine Option sind auch mehr Anlassvermietungen der Infothek. «Alles, was über die Sommerferien hinausgeht, ist Spekulation und Kaffeesatzlesen, wobei wir uns überlegen, Einsparungen auch bei anderen Anlässen zu machen, um das Loch in der Kasse zu kompensieren», meint Studer weiter.

Nebst dem Plakettenverkauf und dem Voreinzug ist das Märetfescht für den Hauptgass-Leist das wichtigste Standbein. «Es war nicht mehr die grösste Einnahmequelle, sie war in den letzten Jahren rückläufig», sieht sich Ober Markus Jäggi nach Ausgleichsmassnahmen um. «Wir sind auch nächstes Jahr dabei, denn wir haben unseren Keller in der Hauptgasse, überlegen uns jedoch, wie wir attraktiver werden können», ergänzt er. «Wir werden nicht so frappante Einbussen in Qualität und Quantität auf dem Wagen haben, wobei es uns darum geht, dass man es nicht sieht und merkt», erwähnt Jäggi weiter.

Reto Affolter, Ober der Hudibras-Chutzen, erachtet diesen Ausfall als gravierend. «In unserem Budget wird ein Drittel fehlen. Das ist ziemlich schlimm; das Märetfescht ist eine unserer wichtigsten Einnahmequellen». Ein kleinerer Wagen, einfachere «Gringe» und Kostüme sind für ihn denkbar, wie auch eine Erhöhung des Mitgliederbeitrages. «Eine grosse Frage stellt sich uns auch zum Plaketten-Voreinzug. Da die Firmen auch weniger Einnahmen haben, wird das sicher einen Einfluss haben, da wird viel wegbrechen. Wir müssen deshalb unser Budget deutlich, bis zur Hälfte kürzen», hat Affolter noch keine Lösungen in Sicht.

«Dass diese Einnahmequelle fehlt, ist für uns verheerend, das ist für uns ein Problem, das schenkt ein», stellt Ober Marc von Büren für die Schanzenarren fest. Bei ihnen ist nicht nur die Festbeiz betroffen, sondern auch ihre Sponsorentafel, mit der sie weitere Einnahmen generieren. «Wir hoffen auf das Verständnis unserer Sponsoren, dass diese Werbemöglichkeit ins Wasser fällt und sie trotzdem zahlen», plädiert von Büren. «Für uns heisst das, dass wir die nächste Fasnacht anpassen und einen Schritt zurückgehen müssen», verdeutlicht er das Problem.

Hoffen, dass es nächstes Jahr überhaupt eine Fasnacht gibt

Zusammen mit den Gönner- und Mitgliederbeiträgen ist das Märetfescht für die Stedtli-Gumsle die einzige Einnahmequelle. «Es ist für uns ein Zustupf an teurere Kostüme», unterstreicht Oberin Anna Lehmann die Bedeutung der Festeinahmen. «In den letzten Jahren, seit wir auch Bier ausschenken, ist der Umsatz immer besser geworden», stellt sie fest. Mit dem Vorstand wird Lehmann über die Bücher gehen. «Das ist Geld, das verloren ist, und wir müssen nun schauen, wie wir unsere Generalversammlung und den Ausflug anders umsetzen können und umdenken müssen», hofft sie, dass «wir nächstes Jahr wieder Fasnacht machen dürfen», so die Oberin der einzigen Frauen-Wagenbauzunft.

Die Guggenmusig Aarejätter können ihren Stand auf dem Kronenplatz betreiben. «In den letzten zwei Jahren war er eine wichtige Einnahmenquelle, wir werden eine finanzielle Einbusse haben, denn wir sind auf diese Einkünfte sehr angewiesen», erklärt Ober Daniel Hess. «Wir werden definitiv sparen müssen, das heisst, die Masken – ihre Rohlinge sind sehr teuer– werden wir umspritzen, und auch die Kostüme werden einfacher ausfallen», erklärt Hess.

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