Aus dem Jahr 1609

Die «Aarhofuhr» zeigt die exakte «Solothurner Ticktack»

Die astronomische Konsolen-Zimmeruhr aus dem Aarhof ist ein als Dauerdepositum vom Josef Ruggle an das Museum Blumenstein

Die astronomische Konsolen-Zimmeruhr aus dem Aarhof ist ein als Dauerdepositum vom Josef Ruggle an das Museum Blumenstein

Am Dienstag, 25. Juni, wird ab 18.30 Uhr im Museum Blumenstein die sogenannte «Aarhofuhr» von 1609 nach langjährigem Stillstand wieder in andauernden Betrieb genommen.

Die sehr wertvolle Uhr wurde vom wohlhabenden Solothurner Ratsherrn Wernher Müntschy und seiner Frau Ursula Thaddäus bei einem leider nicht bekannten, aber sehr fähigen Uhrmacher in Auftrag gegeben. Die fertige Uhr wurde dann ins eben frisch vollendete Sommerhaus «Aarhof» eingebaut. Das technische Wunderwerk zeigt neben den Minuten und Stunden, die auch akustisch angegeben werden, den aktuellen Wochentag, das aktuelle Tierkreiszeichen und somit die Jahreszeit, den Monat sowie den Stand des Mondes, einmal, wie wir ihn sehen, und einmal, wie er relativ zur Sonne steht.

Es waren diese astronomischen Anzeigen, welche die Uhr damals fast unbezahlbar machten. Sowohl die Mondphase wie auch die Position zur Sonne werden bis auf Sekunden genau angezeigt. Möglich ist dies durch extrem komplexe Übersetzungen mit Korrekturrädern, alle von Hand geschmiedet und von Hand gefeilt.

Sie muss immer laufen

Die Uhr hat jedoch einen Nachteil: Sie lässt sich nicht ohne weiteres richten. Die Zeiger sind fix auf die Achsen der Zahnräder montiert und lassen sich nicht schieben. Das heisst, dass die Uhr, einmal gerichtet, ständig laufen muss. Deshalb wurde die Uhr neu auf eine 4,25 Meter hohe Glassäule im Blumenstein-Foyer montiert.

Die luftige Höhe bietet den Gewichten für Gang und Schlagwerke ausreichend Auslauf für rund zwei Tage, bis sie wieder aufgezogen werden müssen. Nur so kann das Museumsteam die Uhr das ganze Jahr über rechtzeitig aufziehen.

Künftig wird nun also neben dem Zeitglockenturm am Märetplatz auch die «Aarhofuhr» im Blumenstein anzeigen, wie es mit dem Mond und den Sternen bei uns steht, jedoch mit einem ganz wichtigen Unterschied: Im Gegensatz zur Zeitglocke, die unsere Mitteleuropäische Zeit angibt, wird die «Aarhofuhr» die echte Solothurner Zeit anzeigen, also die Zeit, die dem Längengrad in Solothurn entspricht (– 0h29’52’’ auf die Winter- und – 1h29’52’’ auf die Sommerzeit).

Wer also wissen will, wann hier die Sonne am höchsten steht, kann dies künftig im Blumenstein am Zifferblatt der «Aarhofuhr» ablesen, auch bei Gewitter und Nebel. (ews)

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