Badeanstalt Solothurn
Die Aare ist bei der Solothurner Badi bis jetzt noch kein Thema

Ab morgen könnten sich die Wasserratten in der Badi Solothurn wieder austoben. Die Wärme des Sportbassins und der Aare lässt jedoch noch etwas zu wünschen übrig.

Wolfgang Wagmann
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Der neue Badmeister Alfred Junker (l.) und sein Chef Alex Inglin wären für die neue Saison gerüstet.

Der neue Badmeister Alfred Junker (l.) und sein Chef Alex Inglin wären für die neue Saison gerüstet.

Wolfgang Wagmann

Nein, berauschend sind die Zahlen nicht, die Chefbadmeister Alex Inglin präsentieren kann: «Heute Abend dürfte das Wasser im Sportbassin etwa 16 Grad haben.» Und fügt fast entschuldigend an: «Die Nächte sind halt meistens kühl, bei unter 10 Grad.» Die Frage nach der Aare ist eigentlich taktlos: Die aktuell 9 Grad bei viel Schmelzwasser sind kein ernsthaftes Thema. Und bis die zum Schwimmen notwendigen zehn zusätzlichen Grad da sind, dürfte es Ende Juni sein.

Alles in tipptoppen Zustand

Dafür sieht die Liegewiese proper gemäht aus, und auf dem Dach wird gerade die Lautsprecheranlage repariert. Auch das defekte Signalhorn muss ersetzt werden. «Dieses Jahr gibts keine eigentlichen Neuinvestitionen sondern nur Unterhalt.» Ab Mitte März waren zwei Mann im Einsatz, ab Anfang Mai dann die ganze fünfköpfige Badmeister-Crew. «Unser Ziel ist es, auf morgen alles in einem tipptoppen Zustand zu haben.» So wurden auch die Eichen nördlich des Sportbeckens zurückgeschnitten. Ein Baum musste jedoch entsorgt werden: Im Westen hatte eine am Bach stehende Silberpappel nächtlichen Sturmwinden nicht trotzen können und war auf die Liegewiese gefallen. «Die dortigen Eschen sind zudem krank und müssen wohl in den kommenden Jahren auch gefällt werden», weist der Chefbadmeister auf weitere Auslichtungen hin.

Hilfsbademeister gesucht

Während das Badi-Restaurant eine weitere Saison in den bewährten Händen von Ernst Schär liegt, wurde die Bademeister-Crew aufgestockt. Der fünfte Badmeister, Alfred Junker, wurde notwendig, um die Badeaufsicht entlang der Aare sicherzustellen. Diese ist seit letztem Jahr vorgeschrieben, und so wurden auch drei weitere Notruf-Alarmsäulen zur bestehenden montiert. Denn, so Inglin: «Die beste Badeaufsicht ist der Badegast, der am Aareufer ‹sünneled›.»

Noch hängig ist eine bessere Positionierung des Rettungsboots am Ufer – doch angesichts der 9 Grad des Aarewasser hat man dafür noch ein bisschen Zeit. Mit der Aareaufsicht ist das Zeitmanagement für die Crew nicht einfacher geworden, und so sucht Alex Inglin immer noch Hilfsbadmeister, die das SLRG-Brevet «Pool plus» haben müssen.

20 Grad müssen es sein

Unverändert bleiben neben den Eintrittspreisen auch die Öffnungszeiten – mit einer kleinen Einschränkung: Im Juni, Juli und August wird eine Stunde plus nach 20 Uhr nur gewährt, «wenn es um 19 Uhr mindestens 20 Grad warm ist», betont Inglin. Denn letztes Jahr. als die verlängerten Öffnungszeiten eingeführt wurden, stellte man durchschnittlich bloss zehn Leute zwischen 20 und 21 Uhr fest. Im Mai und September bleibt die Badi ohnehin nur von jeweils 8 bis 19 Uhr geöffnet.

«Wir hoffen auf eine schöne, unfallfreie Saison» – für den Chefbadmeister wird es die letzte, die 31. sein. In einem Jahr lässt sich Alex Inglin mit 64 Jahren pensionieren. Und freut sich auf sein Hobby, das Velofahren, aber vor allem darauf, «dass ich dann auch einmal im Sommer freihabe».