Programm

Die 42. Solothurner Literaturtage finden virtuell mit vielen neuen Angeboten statt

Das Büro der Literaturtage am Dornacherplatz in Solothurn wird zum Zentrum der ersten Online-Literaturtage.

Das Büro der Literaturtage am Dornacherplatz in Solothurn wird zum Zentrum der ersten Online-Literaturtage.

Vom 22. bis zum 24. Mai finden die 42. Solothurner Literaturtage statt. Allerdings nur online. Die eingeladenen Autoren haben eigene Inhalte geschaffen, um ihre Neuerscheinungen zu präsentieren.

Die 42. Solothurner Literaturtage finden dieses Jahr online statt. Dieser Entscheid wurde bereits Ende März gefällt. Dazu sagt Geschäftsführerin Reina Gehrig: «Es zeichnete sich kurz vor Drucklegung des Literaturtageprogrammes ab, dass wir die Literaturtage wohl nicht wie stets durchführen können. Dieser relativ frühe Entscheid erlaubte es uns, eine Alternative zu entwickeln.» Fest stand ebenfalls bald: Die Solothurner Literaturtage werden durchgeführt und nicht abgesagt. «Es gibt ja momentan ohnehin schon wenig Möglichkeiten für die Autorinnen und Autoren, ihre Neuerscheinungen sichtbar zu machen», so Gehrig.

Sponsoren, verschiedene Stiftungen, der Kanton und die Stadt Solothurn haben ihre Unterstützung weiterhin zugesagt. «Es wurde sehr begrüsst, dass wir etwas Neues auf die Beine stellen wollen.»

Autorinnen und Autoren schaffen neue Inhalte

«Findet das Literaturfestival online statt, benötigen wir weniger Mittel, haben aber auch keine Einnahmen», sagt Gehrig. Wichtig ist ihr, dass die Autorinnen und Autoren ihre Gagen erhalten, Reise- und Unterkunftskosten fallen jedoch weg. Das zuvor befürchtete Problem der Knappheit der Hotelzimmer in Solothurn nach der Schliessung des Hotels Astoria ist so hinfällig geworden. «Wir hätten es knapp geschafft, für alle Gäste Zimmer zu buchen», sagt der dafür zuständige Rico Engesser.

Mit dem zur Verfügung stehenden Budget wurde rasch ein Online-Projekt entwickelt. «Die eingeladenen Autorinnen und Autoren haben mitgezogen und dafür eigene, neue Inhalte geschaffen, um ihre Bücher dem Publikum vorzustellen. Da gibt es Blogs, Gespräche, Videos, kurze Buchpassagen, Zitate und anderes. Für jedes Buch wurde eine geeignete Form gefunden.»

Die Autoren entwickelten diese neuen Beiträge autonom. «Wichtig war uns, dass der Austausch mit dem Publikum weiterhin möglich ist», erwähnt die Geschäftsführerin. «Glücklicherweise haben wir mit Patrick Savolainen einen Webdesigner und Autor gefunden, der unser Team und die Autoren technisch und gestalterisch unterstützen kann. Was da mit den vielen Beteiligten und in kürzester Zeit zu Stande gekommen ist und noch zu Stande kommt, ist extrem spannend.» Gehrig legt Wert darauf, zu erwähnen, dass die Autorinnen und Autoren inhaltlich die grösste Freiheit haben.

Drei virtuelle Räume geschaffen

Die Solothurner Literaturtage starten mit ihrem neuen Onlineangebot ab dem 14. Mai, also eine Woche vor dem ursprünglich angesetzten Event, der vom 22. bis zum 24. Mai stattfindet. Auch während dieser ursprünglich geplanten drei Tage ist bei den Literaturtagen einiges los – eben online. «Da gibt es ein Liveprogramm mit Gesprächen und Podien. Gehrig: «Für dieses Angebot haben wir die drei Räume «Säulenhalle», «Seminarraum» und «Kneipe» geschaffen. Diese Räume sind virtuell zu besuchen und fassen – wie im richtigen Leben – eine bestimmte Anzahl von Besucherinnen und Besuchern.

So können in der «Säulenhalle» bis zu 200 Personen Veranstaltungen miterleben. Im «Seminarraum» können Besucherinnen und Besucher auf Anmeldung teilnehmen und in der «Kneipe» treffen sich kleine Gruppen, um zum Beispiel zusammen mit einer Autorin oder einem Autor über sein Werk sprechen. Darüber hinaus ist es möglich, bei spielerischen Veranstaltungen mitzumachen.

Gespannt auf die Reaktionen des Publikums

Das Literaturtage-Team ist sehr gespannt, wie sich das Online-Literaturfestival präsentieren wird und wie es beim Publikum ankommt. Das Büro der Literaturtage beim Dornacherplatz in Solothurn wird zum Festivalzentrum und zum technischen Mittelpunkt der verschiedenen Angebote. «Das Team ist vor Ort und hilft bei technischen Schwierigkeiten», wird zugesichert. So ist es vorgesehen, dass das Publikum sich über eine Hotline bei Problemen stets melden kann. «Wir versuchen, das Angebot möglichst niederschwellig und die Teilnahme möglichst einfach zu machen. Ich bin zuversichtlich, dass sich unser Publikum auf dieses Experiment einlässt», sagt Reina Gehrig.

Dieses erste Online-Literaturfestival soll einmalig bleiben. Es kann die «richtigen» Literaturtage in Solothurn mit Begegnungen und dem Austausch zwischen Autoren und Autorinnen und Lesern nicht ersetzen, ist Gehrig überzeugt, und sie ist sicher: «Nächstes Jahr wird es wieder Solothurner Literaturtage in gewohntem Rahmen geben, aber unter dem neuen Leiter Dani Landolf.» Dieser arbeite auch heute schon intensiv mit. Man lerne sich auf diese Weise schon sehr gut kennen, erzählt Engesser.
Kommt Sommaruga oder nicht?

Einen Knackpunkt, den Reina Gehrig noch zu lösen hat, ist die Eröffnungsfeier. «Ursprünglich hatte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga zugesagt, zur Eröffnung zu sprechen. Ob und in welcher Form dies nun möglich ist, darüber diskutieren wir noch.»

Auch das JuKiLi, das Jugend- und Kinderliteraturtageprogramm wird vollständig online durchgeführt. «Wir haben den angemeldeten Lehrpersonen Unterrichtsmaterialien der Autorinnen und Autoren zustellen können, damit die Schülerinnen und Schüler trotzdem die im Unterricht ausgewählten Bücher besprechen können. Auch hier wurde von den Autoren viel Fantasie freigesetzt», freuen sich die Verantwortlichen.

Alle Infos zu den Solothurner Literaturtagen unter: www.literatur.ch und www.literatur-online.ch

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