«Es hat mich auf dem linken Fuss erwischt. Ich habe diesen Anlass total unterschätzt.» Konrad Müller, Verkehrsinstruktor der Stadtpolizei, kann es kaum glauben: «Wir haben viel zu wenig Material.» Gemeint sind zugeschnittene Holzklötzchen, aus denen, zusammengeschraubt, geleimt und angemalt ein Polizeiauto entstehen soll. Vor allem die Familienväter sind voll im Element. Der Nachwuchs schaut gespannt zu.

«Ich bin ein Polizist», sagt Jeremy stolz, während sich Mami und Papi noch darüber streiten, wer Hand anlegen soll. Doch das ist nicht alles, was die Stadtpolizei im oberen Teil des Märetplatzes anzubieten hat. Da ist noch der stadtbekannte Räuber Langfingjoe, der dringend im Verdacht steht, die Tochter des Juweliers entführt zu haben. Gesucht wird beim spannenden Detektivspiel der Lösegeldkoffer, der irgendwo in der Stadt versteckt ist und auf dem die Zahl der Lösegeldsumme steht. Wer diese herausfindet, erhält ein kleines Geschenk.

Familiär und friedlich

«Lueg emol, das isch es cools Karussell», sagt eine junge Mutter zu ihrer Tochter. Fünf von ihnen sind in der ganzen Stadt verteilt. Während vor dem Brunnen in der Gurzelngasse das Schlangenbrot auf der Feuerstelle Farbe annimmt, bildet sich eine lange Schlange vor dem Kuh-Karussell beim St. Ursenbrunnen.

Ein Kunstwerk aus Holz, Metall, Leder und Stein. «Es funktioniert ganz ohne Strom», sagt ein Vater aus Dotzigen und seine Frau schwärmt: «Es ist ein Super-Event, sehr familiär und friedlich.» Während die Kinder auf den Rücken der seltsam verwandelten Kühe klettern, werden die Eltern mit dem Melken vertraut gemacht, denn nur wer diese Kunst beherrscht, bringt das Karussell zum Drehen.

Laurent Martorana, Marketingverantwortlicher und Organisator des Anlasses freut sich, dass die Leute die unkonventionellen Karussells aus Frankreich rege benutzen. «Wir haben dieses Mal viel mehr Aktivitäten eingebaut», sagt er. Neu sei, dass die Shows auf den zwei Bühnen mehrere Male wiederholt würden. «So verpasst man nichts.»

Nicht den Kinderliederschreiber Simu Fankhauser, der mit einem lustigen Mundartprogramm die Leute zur Kathedrale lockt, nicht die Märchenerzähler Martin Niedermann und Jürg Steigmeier und nicht den Kinderzauberer Charismo und den Clown Pepe. Und Spass pur erlebt man wie jedes Jahr bei der Rollerbahn und beim Popcorn-Plausch des Familienvereins.

Rundum zufrieden mit dem Anlass ist auch Andreas Jordan, Regionalleiter der BEKB Solothurn. «Wir haben zurzeit rund 20 Mitarbeitende der Bank im Einsatz. Sie können an diesem Tag Kontakte knüpfen, die im Bankalltag so nicht möglich sind», freut er sich.