Ein Traktandum an der Parteiversammlung der SP-Stadtpartei sorgt für Aufsehen: Der langjährige Kantons- und Gemeinderat Markus Schneider hatte nach 26 Jahren seinen Austritt aus der Stadtpartei erklärt. Laut Franziska Roth, Präsidentin der Kantonalpartei, sei Schneider aber (noch?) Mitglied der kantonalen SP.

Schneider selbst äusserte sich uns gegenüber am Donnerstag schriftlich wie folgt: «Grund für meinen Austritt ist ein längerer Ablösungsprozess, bei dem auch inhaltliche Fragen eine Rolle spielten. Den Ausschlag gegeben haben aber schliesslich grundlegende Differenzen in der Art und Weise, wie die SP zentrale Wahlkämpfe – wie fürs Stadtpräsidium – vorbereitet, Nominationen für wichtige Ämter vornimmt – beispielsweise für den Verwaltungsrat der Regio Energie – und die politische Kontrolle über die städtische Verwaltung ausübt.»

Näher wollte Markus Schneider, der eine Zeit lang selbst als SP-Hoffnungsträger für das Stadtpräsidium gegolten hatte, nicht auf seine Austrittsbegründung eingehen. Claudio Marrari, SP-Stadtparteipräsident, hatte zwar an der Versammlung kurz die Verdienste Schneiders gewürdigt. «Er hat oft den Finger auf offene Wunden gelegt und uns darauf aufmerksam gemacht.» Eine Begründung für Schneiders Austritt konnte oder wollte aber auch er nicht liefern – und die 23 anderen anwesenden Parteimitglieder äusserten sich mit keinem Wort dazu. (ww)