Solothurner Wetter

Der Winter rächte sich im Februar für die Vertreibung

Regenschirm und Konfetti am Solothurner Fasnachtsumzug.

Regenschirm und Konfetti am Solothurner Fasnachtsumzug.

Der Februar 2016 war viel zu warm und auch recht feucht. Auffällig waren die massiven Temperaturschwankungen.

Wie schon die zwei Wintermonate zuvor zeigte sich auch der Februar von der ganz milden Seite. Die 5 Grad – plus natürlich – sind 3,6 Grad mehr als im langjährigen Mittel. Gleich warm war es seit der Jahrtausendwende erst 2002 gewesen. Die 115 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in Solothurn fielen grösstenteils als Regen. Nur an einem Tag, dem 27. Februar, lag die Morgentemperatur klar im Minusbereich, Eistage gab es keinen und zweimal hielt sich eine dünne Schneedecke nur gerade maximal 24 Stunden.
Oh Susanna!

Gleich zu Beginn des Monats richteten sich bei noch frühlingshaften, zweistelligen Temperaturen die Augen der Fasnächtler besorgt auf die Prognosen der kommenden Tage: «Hudelwetter» der gröberen Sorte war angesagt. Nach einer gerade noch trockenen Chesslete am 4. Februar wurden der Nachmittag und Abend schon ziemlich angefeuchtet.

Glück hatte am folgenden Samstag die Gassenfasnacht – es blieb trocken mit Temperaturen knapp im Plusbereich. Nass dann dagegen der Sonntagsumzug und -abend, desolat sogar der Fasnachtsdienstag: Aufgrund einer Sturmwarnung mit vorausgesagten Böen von bis zu 80 km/h liessen die Zünfte ihre Wagen gar nicht erst fahren und bestritten die Route als «Fussvolk».

Tatsächlich war dieser Dienstag, 7. Februar, meteorologisch ein hoch spannender, ja brisanter Tag: Das Sturmtief Susanna verhielt sich zuerst noch recht manierlich, bis gegen 18 Uhr wehte zwar ein mitunter steifer Westwind mit Spitzen von vielleicht 40 km/h und eingelagert relativ wenig Regen. Doch kurz nach Ende des Zapfenstreichs brach aus Nordwesten ein Wintergewitter mit Blitz und Donner, heftigen Böen und Starkregen über das feiernde Honolulu herein. Eine nachträgliche Auswertung der Böen-Rekordwerte von Meteonews ergab nach 18 Uhr für Grenchen eine Spitzenböe von 95 km/, mehrere Stationen auf der ersten Jurakette übertrafen die 100-km/h-Marke. Solothurn dagegen war nicht unter den Orten mit Böen bis maximal 78 km/h aufgeführt.

Auf und ab

Das «Wintereinbrüchli» auf den Aschermittwoch setzte sich am folgenden Wochenende mit nochmals Schnee bis ins Flachland fort. Sehr nass war mit dem 14. Februar der dritte Sonntag in Folge, doch nach einer ruhigeren, aber kühlen Woche wurden alle Sonnenhungrigen am 21. Mit einem wirklichen «Sonn-Tag» entschädigt.

Schon fast frühsommerliche 17 Grad gabs zu geniessen, und auch der folgende Montag übertraf die 15-Grad-Marke nochmals. Der Rest des Monats verlief wieder bei nasskaltem Wetter. Und so wie es aussieht dürfte sich vor allem auf dem Jura der Winter noch hartnäckig halten. Eher kühl, feucht und zwischendurch weiss bleibts deshalb voraussichtlich in der ersten Märzhälfte.

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