Das projektierte Buch soll über einen Kredit von 480’000 Franken finanziert werden und fokussiert die letzten zwei Jahrhunderte der Stadtgeschichte darstellen. Verena Bider, Direktorin der Zentralbibliothek, gab als Projektleiterin nochmals eine Übersicht zum Vorhaben und erwähnte, dass es im zu bearbeitenden Zeitraum noch «grosse Forschungslücken» gebe.

Auch sei das Werk ein «goldener Mittelweg, verwies sie auf ein wesentlich ambitionierteres Projekt der Stadt Basel, dass bisher seit 2008 bereits 10 Mio. Franken verschlungen habe. Ein Vorteil des jetzigen Vorgehens sei auch, dass man die Aktualität und das Wissen noch Lebender mit einbringen könne. Die Hauptarbeit müsste aber durch ausgewiesene, fachhistorische Kräfte geleistet werden.

Kemal Tasdemir würdigte das Vorhaben für FDP generell als positiv, fragte sich jedoch, ob die Finanzierung nicht wie in Grenchen weitgehend über private und andere Spenden erfolgen könne. Auch hinterfragte seine Partei, warum das Layout in Köln erfolgen solle, «wir haben auch geeignete Betriebe in der Region und Stadt Solothurn».

Zur Finanzierung der Jubiläumsschrift hielt Verena Bider fest, man könne Stiftungen und Firmen erst um Beiträge ersuchen, wenn der Kredit gesprochen sei.

Und was ist mit dem Fest?

Auch seitens der SP erwuchs durch Corinne Widmer keine Kritik am Vorgehen zum geplanten Werk. Sie betonte lediglich, dass man Offerten zur allfälligen Digitalisierung der Schrift einholen sollte. Darüber hinaus interessierte Widmer aber auch das weitere Vorgehen betreffend die eigentlichen Jahrtausend-Festivitäten. Dazu informierte Stadtschreiber Hansjörg Boll, man werde rund um die Frühlingsferien ein OK zusammenstellen und im Rahmen der Debatte zum Budget 2019 – also nächsten Herbst– auch die Festkosten budgetieren. Stadtpräsident Kurt Fluri mahnte zudem, das Ganze «entspannt» zu sehen, da ohnehin keine genaue römische Datierung der Stadtgründung möglich sei. «Auch wenn es mit dem Fest 2021 wird – Ihr müsst keine Angst haben, dass ich nochmals kandidiere.»

Grundsätzliche Vorbehalte gegen die Kosten für die Jubiläumsschrift gab es durch die Grünen. Und zwar führte Melanie Martin gegen die halbe Million die verweigerte Unterstützung für den grünen Vorstoss zur «Unterstützung von Menschen in Not» im Umfang von 111 000 Franken an der Budget-Gemeindeversammlung im Dezember an. Auch Marguerite Misteli hakte in dieser Hinsicht nach und begründete damit zusätzlich die Haltung ihrer Partei, sich bei der Kreditsprechung der Stimme zu enthalten. Die 26 übrigen Ratsmitglieder stimmten dem Buchprojekt zu.

«Fegetzhof»-Plan überarbeitet

Nochmals befassen musste sich der Rat mit dem Teilzonen- und Gestaltungsplan Fegetzhof aus dem Jahr 2006. Dieser sollte angepasst werden, um den bestehenden Schopf nicht abreissen zu müssen, wie ursprünglich vorgesehen. Dies würde insbesondere mit der Vergrösserung eines Baufeldes, der Verlegung eines Zufahrtsweges nach Westen sowie der Aufhebung von Besucherparkplätzen für das genannte Baufeld erreicht. Auch vorgesehen sei eine Tiefgarage mit acht Parkplätzen für die vier geplanten Eigentumswohnungen auf dem Baufeld, dazu komme ein Besucherparkplatz, orientierte Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt. Der Rat stimmte der Planänderung nach kurzen Wortmeldungen oppositionslos zu.

Rote Rotation

Auf Ende Januar hatte Reiner Bernath seine Demission als SP-Gemeinderat angekündigt. Der Arzt hatte ihm seit 2013 angehört und war zuletzt Ersatzmitglied der Gemeinderatskommission GRK. Damit sind nun Philippe JeanRichard als neues Mitglied, Daniel Wüthrich als erstes Ersatzmitglied, als zweites Philipp Jenni und drittes Ersatzmitglied Damjan Gasser nachgerückt. Ersatzmitglied wird auf der vierten Position neu noch Fabian Hosner.