Solothurner Wetter
Der Wald musste lange auf Feuchtigkeit warten

Der September 2012 war in der Region Solothurn mässig warm und zu trocken. Richtige Spätsommerstimmung mochte sich dagegen kaum einstellen.

Wolfgang Wagmann
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Pilze wie diese Boviste zeigten sich heuer relativ spät – die trockeneAugustwitterung dürfte dafür verantwortlich sein.

Pilze wie diese Boviste zeigten sich heuer relativ spät – die trockeneAugustwitterung dürfte dafür verantwortlich sein.

Christof Ramser

Sehr oft bringt der September goldenes Herbstwetter nicht nur über Tage, sondern Wochen hinweg. Auch kann es noch recht heiss werden – doch der durchwachsene Sommer färbte auch auf den ersten Herbstmonat ab. Der Regen fiel schön verteilt auf die ganzen 30 Tage, brachte es aber nur auf rund zwei Drittel der üblichen Menge. An 13 der 30 Septembertage wurde Regen konstatiert, zusammen gabs in Solothurn jedoch nur 77 Liter pro Quadratmeter, im Wallierhof Riedholz waren es gar nur 71,4 Liter.

Temperaturmässig blieb der Monat Mittelmass, die 14,4 Grad entsprechen ziemlich genau dem Durchschnitt seit der Jahrtausendwende.

Wo bleiben die Pilze?

Der Monat startete mit einem nassen ersten Tag, gefolgt von einer Bisenlage mit wenig Sonne, aber trockenem und recht warmem Wetter. In der Nacht vom Dienstag, 4. auf den 5. September reichte es sogar fast für eine Tropennacht – um 23 Uhr war es bei 19 Grad noch zum Draussensitzen. Auch um 8 Uhr morgens wurden anderntags noch 17 Grad gemessen. Nun zeigte sich trotz einzelner Nebelfelder am Morgen die Sonne wieder vermehrt, mit leichter Gewittertendenz am 9. September.

So richtig nass wurde es erstmals in diesem Monat am Mittwoch, 12.September, mit einer Gesamtregenmenge zwischen 17,5 Litern im Wallierhof und 18 in Solothurn. Nun endlich konnten sich die Pilzsammlerinnen und -sammler auf eine breitere Artenvielfalt in den Wäldern freuen – wobei der erste massive Steinpilzschub rasch wieder verflachte und sich erst Ende Monat dann die beliebten Herbstpilze wie Totentrompeten, Zigeuner oder auch Pfifferlinge zeigten.

Eine durchzogene HESO

Auffällig waren den ganzen Monat über die fast durchwegs zweistelligen Morgentemperaturen, am kühlsten war es noch am 14. September, als nach einer klaren Nacht das Thermometer auf 5 Grad zurückging. Die zweite Monatshälfte brachte wechselhafteres Wetter mit sich – für die einen Aussteller an der Herbstmesse Solothurn HESO ein Segen, für die anderen ein Fluch. Diesmal war Petrus gerecht, gab allen etwas und nahm allen etwas. Insgesamt war es jedoch über die gesamte Messedauer von zehn Tagen eher feucht – es regnete an sechs Tagen bei allerdings eher bescheidenen Mengen.

Nun, ein Wintereinbruch ist auch auf längere Sicht nirgends auszumachen. Gestern schraubten sich noch Schwalben – in anderen Jahren längst weg – in den Solothurner Himmel, was ebenfalls auf einen eher späten Winterbeginn hindeutet. Am Donnerstag bringt eine Kaltfront Regen, ehe es bei zwar wechselhafter Witterung aufs Wochenende hin nochmals recht warm werden dürfte. Der Oktober könnte also durchaus noch ein goldener werden.

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