Es ist 11 Uhr und Stefan Gerber, Mitglied der Geschäftsleitung der Berner Kantonalbank (BEKB), schaut leicht besorgt auf seine WetterApp. Seit die Bank vor 14 Jahren den Familientag ins Leben gerufen hat, hat es nur einmal geregnet, und dies ausgerechnet am 10-Jahr-Jubiläum. Trotz ein paar verdächtigen Regenwolken füllt sich die Stadt allmählich mit Eltern und Kindern, die zielgerichtet auf die verschiedenen Attraktionen zusteuern. Da gibt es wie immer die beliebten Hüpfburgen, die Rollerbahn, vor der die Kinder wie in den Vorjahren Schlange stehen, das hübsche kleine Karussell auf dem Friedhofplatz, das gut besuchte HESO-Bähnli und als diesjähriges Highlight den Holzschnitzer Matthias Knörr aus Lüsslingen, der auf dem Märetplatz mit seiner Motorsäge Baumstämme in Windeseile in Tiere verwandelt.

Wald versus digitale Welt

Das diesjährige Thema «Wald» hat der Kreativität fast keine Grenzen gesetzt. Von weitem schon hört man das Hämmern von begeisterten Vätern, die an einer der Bastelstationen für ihren Nachwuchs ein Vogelhäuschen zimmern, während gegenüber vor allem Mütter damit beschäftigt sind, mit ihren Kindern das Dach des Häuschens mit allerlei Naturmaterialien zu dekorieren. «Wir kommen seit fünf Jahren an den Familientag», sagt eine Besucherin aus Selzach. «Dieser Anlass ermöglicht uns und den Kindern, Spass zu haben und gemeinsam etwas zu erleben.» Stefan Gerber spinnt diesen Faden noch weiter: «Was gibt es Schöneres als sich in dieser herrlichen Altstadt mit dem Wald zu beschäftigen und zur digitalen Welt Kontraste zu setzen.»

Ein paar Schritte weiter vorn bastelt Bruno Gugelmann aus Lohn-Ammannsegg mit seiner fünfjährigen Tochter Delia aus Halbkarton und mithilfe einer Schablone einen Igel. «Wir kommen jedes Jahr und freuen uns über das abwechslungsreiche Programm», erklärt er. Genau dieses Ziel verfolgen die Mitarbeitenden der Marketingabteilung der BEKB. «Immer wieder neue Themen zu finden, ist anspruchsvoll», sagt deren Leiterin, Nicole Amstutz. Diese werden ausgewählt, nachdem die Musiker des Livekonzerts feststehen. Marius und die Jagdkapelle legten demnach das Motto «Wald» geradezu nahe.

Beim Brunnen auf dem Marktplatz bläst derweil Max Neuenschwander, BEKB-Regionalleiter von Grenchen, Ballone auf. Er gehört zu den 30 Mitarbeitenden, die an diesem Tag rote T-Shirts tragen und dafür sorgen, dass alles rund läuft. Neuenschwander ist seit Beginn des Familientages dabei und freut sich über die kleinen Gäste, die bei ihm einen Ballon abholen. In die Runde blickend stellt er fest: «Heute hat es viel mehr Leute als im letztjährigen Hitzesommer.» Das ist nicht verwunderlich: Damals suchten die Leute Erholung im kühlen Nass statt in der hitzegeschwängerten Altstadt.

Auf dem Klosterplatz treffen wir nicht nur die Pfadfinder, die Gelegenheit bieten, auf offenem Feuer Marshmallows anbräunen zu lassen, sondern auch Lena und Fabio. Während Lena die Fahrt auf der Rollerbahn am besten gefallen hat, ziert sich der kleine Bruder, um sich dann schliesslich doch noch zu einer Antwort überreden zu lassen: «Nichts, ich weiss noch nicht was mir am besten gefällt.» Kurz und bündig, denn am liebsten wäre er mit seinen beiden Luftballons davongeflogen. Ein offenes Feuer gibt es übrigens auch an der Gurzelngasse, wo eine fröhliche Runde Spiesse mit Schlangenbrot in die Flammen hält.

Bald ist es 13 Uhr, und die Leute lassen sich nach und nach auf der St.-Ursen-Treppe nieder. Bevor als weiterer Höhepunkt das Konzert beginnt, begrüsst der Regionalleiter der BEKB Solothurn, Andreas Jordan, die Familien, die erwartungsvoll auf die musikalische Darbietung warten. Jordan wird künftig den Familientag unter seine Fittiche nehmen. «Es ist wichtig, frühzeitig seine Nachfolge zu regeln und die Verantwortung rechtzeitig zu übergeben», äussert sich dazu Stefan Gerber, der den Familientag aufgebaut hat. Und er verrät: «Der Familientag ist der Anlass, auf den die Bank am meisten angesprochen wird.»

Immer noch brauen sich dunkle Wolken über der Altstadt auf. Während Jordan spricht, halten Mitarbeitende der Bank Plastik-Regenmäntel in Kartenschachteln griffbereit. Da und dort entdeckt man einen Regenschirm. Schliesslich aber stellt Gerber fest: «Es gab nur einen kurzen Platzregen.» Genau so war es in der WetterApp vorgesehen.