Solothurn

Der Verkaufssonntag von Allerheiligen wirft seinen Schatten voraus

Die Plakate künden es an: Am 30. Oktober ist das Einkaufen am Sonntag wieder ein Thema.  ww

Die Plakate künden es an: Am 30. Oktober ist das Einkaufen am Sonntag wieder ein Thema. ww

Auch am 30. Oktober, dem übernächsten Sonntag, ist Weihnachten noch ein gutes Stück entfernt. Doch in Solothurn wird – wie übrigens auch in Grenchen und Olten – schon ein bisschen an den beiden Verkaufssonntagen im Advent geschnuppert.

Denn auch am letzten Oktobersonntag, dem zweiten von neu vier Verkaufssonntagen, sind gegen 60 Geschäfte geöffnet. «Von unseren Mitgliedern machen 39 Geschäfte mit, das sind fünf mehr als am ersten Sonntag, dem 3. April», resümiert Willy Reinmann, Geschäftsführer der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn SGSO.

Dazu kämen rund 20 Geschäfte, die nicht der Vereinigung angehören. «Im Gegensatz zum letzten Mal macht am 30. Oktober zumindest teilweise Coop mit», verweist Reinmann auf die geplante Öffnung zumindest der Filiale an der Westringstrasse. Der Center Rosengarten dagegen bleibe geschlossen, und auch der Stadt-Migros als SGSO-Mitglied wolle dann nicht öffnen – ganz im Gegensatz zum Ladedorf Langendorf, das den Sonntagsverkauf bestreitet.

Mit dabei sind jedoch am zweiten der insgesamt vier Verkaufssonntage, die jährlich neu möglich sind, Manor-Food, das Warenhaus Manor in der Innenstadt sowie alle grösseren Stadtgeschäfte wie beispielsweise Bücher Lüthy, C & A oder die Charles Vögele AG. In der Peripherie öffnen dagegen auch das Möbelhaus Fly, der Jumbo Markt und in Zuchwil ebenfalls das Gartenhaus Wyss. «Ansonsten beschränken sich die offenen Geschäfte jedoch auf die drei Städte», weiss Willy Reinmann.

Bis 2013 haben sich Regierung, der Kantonale Gewerbeverband sowie die Gewerkschaften auf eine kantonsweit einheitliche Festlegung der vier Sonntage festgelegt. So werden im Advent am 11. und 18. Dezember die beiden letzten Verkaufssonntage des Jahres 2011 stattfinden, ehe im ganzen Kanton der Sonntag, 1. April 2012, dann wieder für eine Sonntagsöffnung zur Disposition steht. An allen Sonntagen können übrigens die Geschäfte zwischen 11 und 17 Uhr öffnen, ohne wie früher üblich eine individuelle und damit kostenpflichtige Bewilligung einholen zu müssen.

Allerheiligen kompensieren?

«Diesmal kommt uns zugute, dass zwei Tage später Allerheiligen ist», blickt Willy Reinmann auf eine relativ zwiespältige Bilanz der Premiere im April zurück. Damals hatte vor allem der Möbelanbieter Fly zwar vor allem bei der Türöffnung am Vormittag einen regelrechten Ansturm auf sein Gartenmobiliar erlebt, andere Branchen dagegen hatten eher mässige Umsätze erzielt.

Das könnte sich nach Reinmanns Ansicht diesmal verschieben, obwohl er sich bezüglich Allerheiligen nicht allzu viele Illusionen macht: «Wenn wir unter der Woche Sonntag haben, fahren die Leute zum Einkaufen in die Nachbarkantone. Wenn wir dagegen am Sonntag geöffnet haben, ist es keineswegs sicher, dass sie zu uns kommen.»

Wettbewerb als Indikator

Wie schon am 3. April lanciert die Stadt- und Gewerbevereinigung wiederum einen Wettbewerb, bei dem eine Aarefahrt mit dem «Öufi»-Boot sowie zwei Stadtführungen zu gewinnen sind. Hintergrund des Wettbewerbs ist jedoch nicht nur ein «Zückerli» für die Stadtkundschaft, sondern auch die Möglichkeit, auf die Kundenfrequenz und deren Herkunft zu schliessen. «Am ersten offenen Aprilsonntag wurden immerhin 1400 Talons eingereicht, und eine Familie aus dem bernischen Lotzwil gewann den zweiten Preis.» Diese habe sich aufgrund eines Inserats für einen Spontanbesuch in Solothurn entschieden. «Aber auch dem Raum Grenchen und Lengnau fanden etliche Leute den Weg zu uns», blickt Reinmann nicht ganz unzufrieden auf den 3. April zurück.

Buhlen um den Kundenfranken

Diesmal allerdings werden auch einige Grenchner Geschäfte am Sonntag offen halten, was im April noch nicht der Fall gewesen war. Und definitiv geht das Buhlen um jeden Kundenfranken dann im Advent los, wobei Solothurn zumindest am 11. Dezember auf einen Trumpf zählen kann, der noch jedes Mal Massen in die Altstadt gelockt hat: Die neu «Solothurner Wienachtsreis» genannte Darstellung der Weihnachtsgeschichte, durchgeführt von den Landes- und Freikirchen. Und am zweiten Verkaufssonntag im Advent dürfte dann der letztes Jahr so gut angekommene Wiehnachtsmäret in der Vorstadt ein zusätzlicher Frequenzbringer sein.

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